Aus baufällig mach auffällig
Stadthaus in Köln von rethmeierschlaich
Ein Paar findet ein baufälliges Haus in einer innerstädtischen Nachbarschaft und lässt an seiner Stelle einen Neubau errichten, der auf geringer Grundfläche Raum für Wohnen und Arbeiten und sogar einen kleinen Garten bietet – in Köln sind solche Dinge offensichtlich noch möglich, wie der Pressetext beschreibt. Realisiert ist das Projekt vom Büro rethmeierschlaich architekten (Köln) in Zusammenarbeit mit dem Architekt Stefan Nix-Pauleit. Ihre Aufgabe war es, auch im gegebenen kleinen Rahmen ein angenehmes Wohngefühl herzustellen. So nutzte die Arbeitsgemeinschaft ein paar Kniffe, um auf dem nur 98 Quadratmeter großen Grundstück, von dem alleine 40 auf den Garten entfallen, auf vier Ebenen eine Großzügigkeit herzustellen.
Dabei mussten einige strenge Vorgaben gerecht eingehalten werden: Nicht höher und auch nicht tiefer als der Bestand durfte gebaut werden, der Kostenrahmen war beschränkt. Dazu kamen spezielle Anforderungen an die Statik, denn in der Kölner Bucht herrscht verstärktes Erdebenrisiko. Die Stützen im Erdgeschoss tragen dem Rechnung. Das Kellergeschoss vom Bestand konnte übernommen werden, was half die Baukosten zu senken. Für 367.000 Euro gab es 212 Quadratmeter BGF.
Die nach vorne zur Straße heraus gelagerte Küche ist der öffentlichste Raum des Wohnhauses, das anschließende Esszimmer orientiert sich zu den großen Fensterflächen zum Garten hin. Nach dem Fototermin wurde hier noch eine Außenküche an der rückwärtigen Gartenwand installiert. Um die Treppe zum Wohnbereich im ersten Obergeschoss kurz zu halten, wurde die Raumhöhe im EG auf 2,40 Meter beschränkt, das 1. OG bringt es dagegen auf 3,30 Meter Deckenhöhe. Ein leicht überdimensioniertes Fenster lässt Licht in den Raum. Neben zwei Arbeitsplätzen bietet das Gebäude im Dachgeschoss Raum für ein zusätzliches Gästeschlafzimmer, die nach oben gezogenen Gauben sorgen auch hier für ausreichende Belichtung.
Sichtestrichboden im Erdgeschoss, Eichenparkett in den Obergeschossen, der Massivbau hat eine Fassade aus Mineralwolle und mineralischem Kratzputz, die Holzfenster wurden lackiert im typischen Grün der Kölner Brücken. So entstand ein privates, aber doch städtisches Gebäude, das auf den ersten Blick alltäglich daherkommt, auf den zweiten aber mit besonderen Details und raffinierten Ansätzen aufwartet. (tl)
Fotos: Lisa Beller
Mittelprächtig die Mini-Erweiterung im EG zu Lasten der Hofseite ...
Unverzeichlich die fehlende Dachloggia zur Hofseite mit der (verpassten) Chance auf die Kölner Abendsonne ...
wessen bewohner?
die der straße?
eine straße hat keine "Intimsphäre".
sie ist das blanke gegenteil.
"eine Einschränkung des öffentlichen Charakters des Straßenraums vor dem Gebäude."
wie kann man einen charakter einschränken?
definiere den "Charakter des Straßenraums".
der hat schicht keinen, und wenn,
dann einen sehr schlechten.
(Ende der Kurzvorlesung: Städtebau und Architektur kann man nicht trennen)
Glückwunsch an die Architekten und die Bauherren.
@die Redaktion: die Angabe zu Kosten ist so nicht wirklich informativ - ist das netto? brutto? mit Keller? KG300+400? Entweder nachvollziehbar oder weglassen...