Kranhaus am Europahafen
Spatenstich für Bürogebäude in Bremen
Ein weiterer Baustein der Bremer „Überseestadt“ ist gesetzt: Am 14. April wurde dort der erste Spatenstich für ein Bürohausprojekt gefeiert, das unter der Bezeichnung „Kranhaus am Europahafen“ vermarktet wird. Der Name nimmt Bezug auf die Bauweise des siebengeschossigen Bürogebäudes, das vis-à-vis vom Speicher I „wie ein Kran“ in mehreren Stufen über das Wasser auskragt. Entworfen wurde es von der Bremer Architektin Ute Warnken-Dawedeit. Es soll bereits im Frühjahr 2010 fertig sein.
Die gesamte Außenfassade besteht aus einem Klinkermauerwerk, „welches das Gebäude visuell in die Hafenatmosphäre einbezieht“ (Investor). Das Kranhaus entsteht auf einer Grundfläche von 900 Quadratmetern und weist eine Gesamtfläche von 5.300 Quadratmetern auf. Jede Büroeinheit verfügt über einen Balkon.
Auf dem Dach des Kranhauses entsteht eine gläserne „Skylounge“: „Von einer Glaskuppel überdachte Sitzplätze sowie eine maritime Außenterrasse laden Mieter, Kunden und Besucher ein, den Ausblick über Weser, Speicher und das nahe gelegene Stadtzentrum zu genießen.“
Der "Ursprungsentwurf" ist höflich gesagt "sehr bemüht" und scheitert am Ende doch. Kommt aber sicher bei Erstsemestern gut an. Ein Gebäude tatsächlich einem Kran nachzuempfinden, ist nun wirklich seit Lissitzkys Wolkenbügeln aus den 20er Jahren ein alter Hut und lockt heutzutage doch keinen Hund mehr hinter dem Ofen hervor. Mal abgesehen davon, dass die gewünschten dramatischen Auskragungen mit heutigen Materialien noch immer nicht zu realisieren sind. Die benötigten Stützen und/oder Abspannungen führen die gesamte Idee deshalb ziemlich ad absurdum und stören - wenn nicht "giglogs" so doch - mein Auge ganz erheblich. Was daran schön oder interessant sein soll, für nichts und wieder nichts mit erheblichem technischen und finanziellen Aufwand Kräfte spazieren zu führen, kann ich nicht erkennen.
Architektur, die nicht stört, die auch in 10 oder 20 Jahren nicht stört - halt nachhaltig!