Traum von Balkonien
Sozialer Wohnungsbau in Toulouse von ppa architectures
Das städtebauliche Großprojekt Square Maïmat im französischen Muret nahe Toulouse umfasst insgesamt acht Neubauten. Das Projekt steht auf dem Standort eines Siedlungsbaus aus den 1960er Jahren, das im Sinne der „Grands Ensembles“ mit mehreren langgestreckten Querriegeln in Plattenbauweise errichtet wurde. Aus dieser Zeit hat heute nur noch der südlich abschließende Bau überlebt. Um eine größere Offenheit zu erzielen, entschieden sich ppa architectures für aus der Achse verschobene Punkthäuser mit umliegenden Gartenanlagen. Ein öffentlicher Platz im Süden beherbergt einen Marktplatz und eine Reihe von Ladengeschäften im Erdgeschoss des gemeinsamen Eigentumsgebäudes.
Die erste Bauphase umfasste den südlichen Teil des Areals und konnte 2014 abgeschlossen werden. Mit den beiden Neubauten, die ebenfalls von ppa architectures geplant wurden, konnte mit Square Maïmat Nord Ende 2018 der zweite und letzte Bauabschnitt fertiggestellt werden. Die weiß verputzten Häuser mit Flachdächern bieten auf fünf beziehungsweise sechs Etagen 44 Sozialbauwohnungen. Im aufgeständerten Erdgeschoss finden sich PKW-Stellplätze, darüber liegen die Wohnungen.
Gestalterisches Hauptelement und heimliches Zentrum der einzelnen Wohnungen bilden die weit auskragenden, skulpturalen Außenbalkone mit nach vorne hin verjüngenden Brüstungen. Die Architekten stapelten die Grundrisse der Wohnungen dabei so übereinander, dass sich die Balkone alternierend in Ost-West- beziehungsweise Nord-Südrichtung erstrecken. Der dadurch gewonnene Freiraum nach oben lässt die Außenbereiche großzügiger wirken, zudem werden die nur durch gläserne Schiebetüren abgetrennten Wohnräume mit mehr Licht versorgt. Eingebaute Pflanztröge bieten Platz für größere Bäume und viele Pflanzen – die Architekten spielen nach eigener Aussage mit dem Traum vom Haus mit Garten.
Der private Projektentwickler Promologis hat das Vorhaben in enger Zusammenarbeit mit der Stadt Muret durchgeführt. Die Kosten für den jüngsten Bauabschnitt betrugen 3,75 Millionen Euro. ppa architectures hatten zuletzt im Norden von Toulouse einen modularen Sozialbau realisiert, der kostengünstig architektonische Qualität schafft. (stu)
Fotos: Philippe Ruault
Ich stimme zu, dass es keine Blockrandbebauung ist. Aber "Zeilen" im eigentlichen Sinne sind es auch nicht, weil sie nicht senkrecht zur Straße stehen. Und da die Gesamtform ja offensichtlich als Block gedacht war, kann man das im Sinne einer gesamtheitlichen Qualitätsverbesserung gut zuende denken. @dethomas Wenn man schon ins Fäkale abdriften muss, dann sollte man sich auch eingestehen, dass man a) im Rahmen einer Sanierung "beschissene" Seiten technisch inszwischen ganz gut in den Griff bekommt, und b) man je nach Lärmintensität mit einer offenen Punktbauweise ungleich mehr vom Lärm umspülte Seiten schafft. Und was das heilige Blech angeht: Eine hübsche Quartiersgarage am Rand, womöglich mit Lärmschutzwirkung, ist wahrscheinlich die effizienteste Lösung und hat den Vorteil, dass dann noch Wege zu Fuß durchs Quartier zurückgelegt werden. Kombiniert mit einer kleinteiligen Nutzungsmischung bzw. der punktuellen Ergänzung von Gewerbe- Gastro- und Dienstleistungsnutzungen würde dann schon fast 'Stadt' draus...
häuserzeilen als 'schallmauer' haben immer eine beschissene seite. zum glück steht es ja fast jedem frei - will ich strassenraumbegleitend wohnen oder im grünen. bauen, für den fahrenden stadtbewohner ist sowieso von vorgestern und dessen anhänger!