Einfach Bauen
Semperpreis 2022 geht an Florian Nagler
Mit der Auszeichnung des Gottfried-Semper-Preises würdigt die Sächsische Akademie der Künste dieses Jahr den Münchner Architekten Florian Nagler. Durch seine klare Formensprache und seinen bewussten Materialeinsatz überzeugte er die Jury mit seiner Architektur, die wegweisende Beiträge leistet – vor allem in Hinsicht auf die Themenbereiche nachhaltiges Entwerfen und Bauen. Über die Vergabe des Preises an Florian Nagler entschied eine fachübergreifende Jury, darunter Christoph Ingenhoven, Preisträger des Semperpreises 2019 und der Präsident der Sächsischen Akademie der Künste, Wolfgang Holler.
Florian Nagler beschäftigt sich als Professor für Entwerfen und Konstruieren an der Technischen Universität München mit der Frage, wie mit möglichst geringem Einsatz von Technik ein angenehmes Raumklima erzeugt werden kann. Seine architektonische Untersuchung des „Einfachen Bauens“ veranschaulicht anhand von drei Forschungshäusern den hohen wissenschaftlichen und künstlerischen Anspruch an die Architektur. Die Forschungshäuser in Bad Aibling wurden in monolithischer Bauweise jeweils in Massivholz, Mauerwerk und Leichtbeton entwickelt. Trotz der gleichen Grundform variieren gestalterische Entscheidungen wie Öffnungen für Fenster und Türen oder Fassadendetails. Florian Nagler untermauert diese Entscheidungen theoretisch und bezieht sich dabei auf die Rückbesinnung bewährter, architektonischer Elemente.
Konzise Formensprache und bewusster Materialeinsatz bestimmten seine Architektur, die sich überzeugend aus gestalterischer Einfachheit und moderner Übersetzung von Bautradition entwickele, so die Jury. Bereits seine früheren Projekte sind von dieser Einfachheit geprägt, wie etwa der Kuhstall in Thankirchen.
In der Jurybegründung wird auch die St. Martha Kirche in Nürnberg erwähnt, bei der er mithilfe eines Holz-Flechtwerk Bezug auf die gotische Konstruktion und Ornamentik nimmt. Auch Seitenflügel, Empore und Dach wurden durch Holzbauweise in die Kirche integriert, nehmen sich gestalterisch zurück und weisen doch auf die nachträgliche Ergänzung hin. Für das Projekt wurde Nagler 2021 mit dem Deutschen Holzbaupreis in der Kategorie Bauen im Bestand ausgezeichnet.
Text: Luise Thaler
Mehr zu Florian Nagler und ähnlich arbeitenden Büros gibt es in Baunetzwoche#584 Low Tech.
Meine Güte...
meinetwegen dürfen solche Kommentare wie ihrer gerne zensiert werden, denn sie tragen überhaupt gar nichts zu irgendeiner Debatte bei. In alle Kürze: Nein, dies ist keine Lager-Architektur. Und dann erklären Sie doch bitte noch das 1000jährig in Ihrem Betreff.
ohne Grüße, ihr Max
Die Beschreibung verkürzt Naglers Forschung aber etwas. Ein großer Teil der Forschung liegt ja, wie der Name schon suggeriert, in der Vereinfachung der Konstruktion: Möglichst keine Verbundmaterialien, keine Klebungen, keine Materialmischung (sogar verzicht auf Bewehrung im Beton), klar trennbare Materialen, einfache Instandsetzbarkeit in Abhängigkeit der Lebensdauer etc. Dabei soll natürlich dann das Raumklima stimmen.
Ich finde das ein wertvolles Projekt; es hat den Preis völlig verdient. Entwurflich ist hier für mich fast alles nachvollziehbar. Ganz anders als es meine Professoren damsls in Ihren Entwurfsseminaren so verkopft probiert zu vermitteln haben.
Lager-Architektur? Politisches Lager oder tatsächlich Lagernutzung? Naja, ein Kommentar fürs Lager...