Julius Maurizio weitergebaut
Schulsanierung in Basel von MET Architects
Durch die Bildergalerie dieses Projekts zu klicken, macht wahrlich Freude. Mit spürbarer Sorgfalt, Zurückhaltung und einem genauen Maß an Eingriffen haben die ortsansässigen MET Architects die Schulanlage Gellert in Basel saniert und punktuell erweitert. Das Ensemble entstand in mehreren Etappen in den 1950er Jahren nach Entwürfen des damaligen Kantonbaumeisters Julius Maurizio und ist heute teilweise denkmalgeschützt.
Die Gebäude sind zeittypisch locker um einen zentralen Freiraum verteilt: zwei längliche, leicht gegeneinander verschobene Schulhäuser, eine quer dazu angeordnete Aula mit Hausmeisterwohnung und eine Doppelturnhalle. Verbunden werden die Baukörper durch eine T-förmige, überdachte Pausenhalle. Am nordöstlichen Rand des Grundstücks steht der zugehörige Kindergarten, der mit seiner eigenwilligen Geometrie aus fünfeckigen Haupträumen und flacheren Zwischenzonen einen städtebaulichen Akzent innerhalb der heterogenen Setzung bildet.
2019 gewannen MET den offenen Wettbewerb zur Gesamtsanierung der Anlage. Das Programm war ambitioniert. Neben der energetischen Ertüchtigung – inklusive Fernwärmeanschluss, vollständig erneuerter Elektroinfrastruktur und Photovoltaikanlagen auf nahezu allen Dächern – ging es um die Anpassung an aktuelle Gesetze und Normen ebenso wie um eine langfristige funktionale Ertüchtigung der Schule. Auffällig ist dabei der differenzierte und bedarfsgerechte Einsatz technischer Eingriffe. Während in der Gastroküche und den Sanitärbereichen mechanische Lüftungssysteme eingebaut wurden, erfolgt die Belüftung der Klassenzimmer und der Turnhalle überwiegend weiterhin manuell, ergänzt durch eine motorisierte Fensterlüftung zur Nachtauskühlung in den Klassenzimmern.
Im Kindergarten wurde der bislang lediglich überdachte Außenraum zwischen den fünfeckigen Haupträumen mit ihren Zeltdächern durch eine neue Holz-Glas-Konstruktion geschlossen. Heute nimmt dieser Bereich Garderoben und Sanitärräume auf. Die ehemaligen Garderoben konnten so in zusätzliche Gruppenflächen umgewandelt werden. Das Raumprogramm ließ sich auf diese Weise erweitern, ohne die charakteristische Geometrie des Bestands anzutasten. Insgesamt umfasst die Anlage nun eine Bruttogrundfläche von 15.800 Quadratmetern. Für die Sanierung investierte der Kanton umgerechnet etwa 39,3 Millionen Euro.
Auch in den übrigen Gebäuden blieb man der Strategie kleiner, gezielter Maßnahmen treu. Im nördlichen, flacheren Schulbau etwa wurde das zuvor lediglich als Lager genutzte Dachgeschoss durch beidseitige Schleppgauben belichtet und damit sinnvoll nutzbar gemacht. Heute dient der Raum der Ganztagsbetreuung – inklusive sichtbar belassenem Dachtragwerk. Ergänzt wurden ein Fluchttreppenhaus sowie ein Aufzug. Im Turnhallentrakt wiederum entfernte man die trennende Mittelwand der Nebenräume, sodass nun ein gemeinsamer Zugang zu beiden Hallen besteht. Eine neue Wandverkleidung integriert die Haustechnik und verbessert zugleich die Raumakustik.
Über diese funktionalen Anpassungen hinaus lebt das Projekt vor allem von einem zurückhaltenden, aber konsequent durchgearbeiteten Farb- und Materialkonzept. Wo immer möglich, wurden Kunststein- und Klinkerböden, Holzverkleidungen, Türen und Fenster erhalten und ertüchtigt. Ergänzt werden sie durch ornamentale Akustikdecken aus Gips, Tapeten mit Straminstruktur sowie Linoleumböden in den Klassenzimmern. Den Abschluss bildet eine eigens für die Schule entwickelte Deckenleuchte mit dem Namen Gellert. (gk)
- Fertigstellung:
- 2024
- Architektur:
- MET Architects
- Baumanagement:
- Proplaning AG
- Landschaftsarchitektur:
- August + Margrith Künzel Landschaftsarchitekten
- Bauherrschaft:
- Bau- und Verkehrsdepartement des Kantons Basel Stadt, Städtebau & Architektur, Hochbau
- Fläche:
- 15.822 m² Bruttogrundfläche
- Baukosten:
- 39.300.000 €




