Action im Korridor
Schulhaus-Einbauten in Basel von ZMIK
Neue Unterrichtsformen verlangen nach neuen Raumstrukturen. In der Primarschule St. Johann in Basel hat das lokale Büro ZMIK die drei Hauptkorridore des historischen Schulhauses zu Lern- und Aufenthaltsorten umgestaltet. In Zusammenarbeit mit den Schüler*innen und Lehrpersonen wurden Wünsche und Ideen weiterentwickelt und in den Bestand integriert. Heute laden dort Höhlen und Hochsitze zum Rückzug ein, und unterschiedlichste Arbeitssituationen für Einzelne oder Gruppen stehen zur Verfügung. Das Projekt wurde im vergangenen Dezember von Hochparterre in der Kategorie Design mit einem goldenen Hasen ausgezeichnet.
Die breiten Gänge gliederten die Architekt*innen in die Zonen Garderobe, Lernlandschaft und Bewegungsraum. Die Garderoben dienen als räumliche Schleusen, die das Innere der Gänge von den Treppenhäusern separieren. Entlang der Fensterseiten öffnet sich jeweils eine terrassenartige Lernlandschaft. Die Freifläche der Korridore bleibt großzügig genug bemessen, um weiterhin als Bewegungsraum zu funktionieren. Dank der Indoor-Topografie eröffnen sich immer wieder neue Perspektiven aus den Fenstern und in den Gang. Spielerische Elemente wie Rutsche, Balancestange und Hüpfkugeln verleihen dem Konzept des „bewegten Unterrichts“ Ausdruck, Lounges und Alkoven dienen als geschütztere Bereiche.
Ins gestalterische Konzept einbezogen sind auch Lichtsetzung, Materialisierung und Farbwahl. Eigens entwickelte Akustikschirme sind mit integriertem Licht ausgestattet, die beidseitigen Garderoben wirken, wenn sie mit Kleidungsstücken behängt sind, schallabsorbierend. Natürliche Werkstoffe und eine abwechslungsreiche Haptik hatten Priorität. Die Garderobenbereiche und die Arbeitsflächen sind in Eiche ausgeführt und nehmen damit Bezug auf das bestehende Parkett. Bei den in Grüntönen gehaltenen Lernlandschaften wechseln sich Linoleum, Teppich und gepolsterte Oberflächen ab. Das Grün kontrastiert mit rot lackierten Elementen des Bestands. (tl)
Foto: Weisswert
ich muss es nicht lieben, aber besser so, als eine coole stahlbetonarchitektur, die einen designpreis gewinnen will. und nicht vergessen: es geht um kinder.
außerdem: der lange, strenge flur wird durchbrochen, aber mich würde schon interessieren, wie das mit brandlasten und fluchtweg funktioniert!
wir sehen das ja mit architektenaugen, und ja, @2 hat recht mit den laubsägearbeiten.
das ist natürlich ein bescheidenes detail, das jeden bauleiter zum wahnsinn treibt
aber für ein kind, das die einbauten und farben ja ganz anders wahrnimmt ist das bestimmt anregend.
Über Farben kann man trefflich streiten, die Idee solcher EInbauten finde ich gut.
Und: Man ramponiert nicht das schöne alte frisch sanierte Interieur.
Wie sehen denn die WCs aus?
Die Kinder sind hier maßgeblich.
Einfach mal in die Knie gehen, oder den Maßstab entsprechend verändern, im Kopf.
Wirkt dann wie ein großer heller Raum.