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08.09.2020

Gestapelte Spielplätze

Schule in Gent von Xaveer De Geyter


Die Rankpflanzen der Renderings von 2015 fehlen noch, aber das überdimensionale Klettergerüst samt angeschlossener Schule steht: Xaveer De Geyter Architects (Brüssel) konnten ihren ambitionierten Bildungsbau im Genter Hafen tatsächlich weitestgehend nach Plan umsetzen. Auf Basis eines OMA-Masterplans von 2004 erhält das alte Hafenareal damit einen weiteren wichtigen Baustein. Die Gestaltung des Quartiers erfolgt in dicht programmierten Streifen, die in Ost-West-Richtung für einen besseren Anschluss an das Stadtzentrum sorgen sollen. Dazwischen sind viele kompakte Freiräume gesetzt, von denen einer dereinst auch an die Schule angrenzen soll – auf den Fotos parken dort noch Autos auf Schotter.

Das Verhältnis von offenen und geschlossenen Bereichen prägt auch die Schule selbst, die nicht nur den Kindern, sondern teilweise auch den Anwohnern offensteht. Der Schulhof entwickelt sich über mehrere Schrägen in der Vertikalen, geplant wurde in Zusammenarbeit mit den Ingenieuren Ney + Partners und Boydens. Geplanscht kann dort ebenso werden wie Basketball gespielt oder einfach nur herumgetobt. Als Begründung für diese ungewöhnliche Lösung wird das Verhältnis von knapp bemessenem Grundstück und umfangreichem Programm benannt. Aber es kommt hier vermutlich auch eine gewisse Freude an der Verdichtung zum Ausdruck, hatten doch andere Büros beim Wettbewerb extensivere Konzepte vorgeschlagen.

Die beiden Hälften der Schule werden durch ein Raster aus verzinktem Stahl vereinheitlicht, was dem Gebäude die Anmutung einer industriellen Anlage gibt. Statt Spielgeräten könnte man sich im Gitter ebenso gut die dichtgepackten Leitungen einer kleinen Raffinerie vorstellen – die Idee von kindgerecht wird hier jedenfalls nicht mit lieblichen Farben und rundgelutschten Formen gleichgesetzt. Transluzente Paneele und große Glasflächen wechseln sich wiederum beim geschlossenen Teil des Gebäudes ab. Entsprechend seiner Funktionen – neben der Schule auch noch eine Krippe, ein Tageshort und eben das auch öffentlich zugängliche Sportprogramm – wird das Gebäude von den Machern des Viertels sehr viel passender als Stadsgebouw bezeichnet. Rund 4.500 Quadratmeter Innenraum treffen auf knapp 3.000 Quadratmeter Außenfläche.

Der Logik des Masterplans folgt auch ein Detail des Projekts, das auf den ersten Blick nicht leicht zu erkennen ist. Weil ein öffentlicher Pfad über alle Streifen hinweg führen soll, musste dieser mittig in das Gebäude integriert werden. Der verläuft nun an der Nahstelle der beiden Gebäudeteile unter einem gläsernen Boden. Dieser schließt wiederum an eine große Freitreppe an, die vom Niveau des alten Hafendocks direkt in die Schule im 1. Stock führt. (sb)

Fotos: Maxime Delvaux


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