Prominente Netzerweiterung
Wettbewerb für zwei Moskauer Metrostationen entschieden
Mit rund 400 Kilometer unterirdischen Gleisen, aktuell 269 Stationen und neun Millionen Fahrgästen täglich gehört die Moskauer Metro zu den größten U-Bahn-Systemen der Welt. Das 1935 in Betrieb gegangene unterirdische Transportsystem hat zudem die tiefsten Tunnel und Bahnhöfe. Die sehr prunkvoll ausgestatteten und teilweise welterbegeschützten Stationen, die sich unter Stalin die Zuschreibung „unterirdische Paläste für das Volk“ verdienten, sind der ganze Stolz der Moskauer. Verständlich, dass der kontinuierliche Ausbau des Metronetzes in schwierigen politischen und wirtschaftlichen Zeiten vielen als Zeichen der Hoffnung gilt.
Die Bauaktivitäten sind in der Tat umfangreich. Seit 2011 wurden 98 Streckenkilometer und 48 Stationen neu gebaut. Seit 2014 gab es bereits vier internationale Architekturwettbewerbe für die Gestaltung von neun neuen U-Bahn-Stationen. Beim Ende August entschiedenen, fünften Wettbewerb ging es um zwei Stationen am zweiten Moskauer Ring: Die Umsteigestation „Prospekt Marshala Zhukova“ koppelt ganz im Osten die „Bolshaya Koltsevaya“-Linie an die „Rublyovo-Arkhangelskaya“-Linie. Die Umsteigestation „Klenovy Bulvar 2“ im Süden auf der Strecke „Bolshaya Koltsevaya“ verbindet zur neuen „Biryulevskaya“-Linie.
Damit der Wettbewerb weltweite Strahlkraft entwickeln kann, hat das auslobende Bauunternehmen Mosinzhproekt mit Unterstützung der Stadt und Stadtarchitekt Sergei Kuznetsov die bei internationalen Wettbewerben erfahrende Agentur Center mit der Organisation beauftragt. Zum zweistufigen Verfahren waren Teams von Architekten, Ingenieuren, Planern und Projektsteuerern aufgerufen. 113 Bewerbungen aus 12 Ländern waren eingegangen, jeweils fünf Finalisten wurden für die zweite Runde ausgewählt. Die Teilnehmer sollten sowohl Ideen für die Eingangsgebäude als auch ein unterirdisches Gestaltungskonzept vorlegen. Die 11-köpfige, ausschließlich russisch besetzte Jury unter Vorsitz des stellvertretenden Moskauer Bürgermeisters Andrey Bochkarev entschied folgendes Ergebnis:
„Klenovy Bulvar 2“
- 1. Preis Team Zaha Hadid Architects (London), A-project, Krost (Moscow); Arup Lighting (London); Systematica s.l.r (Mailand)
- 2. Preis Architectural Bureau KPLN LLC (Moskau)
- 3. Preis Blank Architects CJSC (Moskau)
- 4. Preis Team Buro Vozduh (Moskau), WP ARC Plan GmbH (Hannover)
- 5. Preis ABTB LLC (Moskau)
„Prospekt Marshala Zhukova“
- 1. Preis ASADOV Architectural Bureau (Moskau)
- 2. Preis MAParchitects LLC (Moskau)
- 3. Preis Team NOWADAYS LLC (Moskau), Architects of Invention (London)
- 4. Preis ABTB LLC (Moskau)
- 5. Preis Blank Architects CJSC (Moskau)
da soll mal einer sagen, der russische staat tut nix für seine jugend... ...die oligarchi in russland hat die hemden gewechselt, weg vom kronleuchter und pelzmantel, mehr understatement mit flutschigem hadid-design. klischee? eine u-bahn fashionveranstaltung. wow, die können es einfach! weich und cremig das licht, sternenhimmel in den verkehrskasematten, so nice... wie man sieht: architektur ist unpolitisch. alles für jeden. jeder für alles.
Meanwhile in Berlin, mit viel Glück werden die Stützen mal wieder gestrichen...
war zwar schon immer möglich aber jetzt erst so richtig. Am schönsten als Tageslichteffekt von dahinter wie Bild 15 gerade für nördliche Städte. Eigentlich muss die ganze Lichtarchitektur in diese Richtung, das man etwa in einem Schatten im Licht sitzt. Wie kann man die Fensterflächen einbinden? Etwa als Raumreflex Architektur als Tag gestalten, vielleicht sogar schöner als der Tag
da ist ja hadid sogar dezent gegen. Unglaublich, dass ich so etwas mal sagen kann.