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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Sauerbruch_Huttons_Masterplan_fuer_1.000_Wohnungen_4775642.html

01.07.2016

Zick-Zack neben Tour Total

Sauerbruch Huttons Masterplan für 1.000 Wohnungen


Die Lehrter Straße ist eigentümlich. Während sich um sie herum der extreme Wandel Berlins von einer geteilten Stadt zur steinernen Hauptstadt manifestiert, hat sich auf ihren paar hundert Metern ein Kiez mit Hausbesetzerszene, sozialem Wohnungsbau und der ganzen abgeschotteten Ruhe des alten Westberlins erhalten. Das geht natürlich nicht immer so weiter. So nah am Hauptbahnhof von gmp und der Tour Total von Barkow Leibinger gelegen, sollen nun 1.000 Wohnungen in die Lehrter Straße gesetzt werden. Die Groth-Gruppe ist Bauherr, Sauerbruch Hutton liefern den Masterplan. Letzte Woche, am 22. Juni 2016, war Baubeginn des Projekts. Insgesamt acht Büros, darunter NPS Tchoban Voss, KSV oder Hilmer Sattler, haben die Einzelwürfe entwickelt.

Sauerbruch Hutton kennen diese sonderbar präservierte Straße gut: Sie selbst haben in der Lehrter Straße ihren Sitz. Die von ihnen entworfene Anlage ist eine Mischform aus dichter Bebauung und offenem Stadtraum. Zwei aufgefaltete Bebauungszeilen werden sie zwischen Straße und Bahntrasse setzen. Dazwischen soll eine Kette von fünf belichteten, grünen Wohnhöfen entstehen.

Aus der eigenwilligen Struktur des Ortes haben Sauerbruch Hutton den Masterplan entwickelt: Zwischen einem ehemaligen Exerzierfeld im Westen und Bahnanlagen im Osten gelegen, war die Lehrter Straße nie Teil des Hobrechtschen Berlins mit seiner klassischen Blockrandbebauung. Stattdessen findet sich in dieser Gegend ein Patchwork aus ehemaligen Militärbauten des preußischen Heeres, vereinzelten Mietshäusern der Gründerzeit sowie jüngeren Bauten aus den Sechzigern bis Neunzigern.

Diesen heterogenen Charakter der Straße überträgt der Masterplan: Die Gebäude sind freistehend in Zick-Zack aufgereiht, sodass einerseits eine dichte Bebauung mit schallgeschützten, aber sonnigen Wohnhöfen möglich ist, andererseits der Eindruck einer räumlichen Barriere vermieden wird. Die aufgelockerten Raumkanten bilden eine offene Kulisse in alle Richtungen. Den Fokus bildet ein zentraler Stadtplatz, der gegenüber des Vorplatzes des Poststadions liegt. Hier soll in Zukunft ein Hochhaus einen städtebaulichen Akzent setzen. Bei so viele Höhe, in die die umgebenden Bauten des Bahnhofquartiers treiben, wird sich nun auch die Lehrter Straße in die architektonische Entwicklung einhaken. (sj)


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Zu den Baunetz Architekten:

sauerbruch hutton


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