Das Gerichtshaus in Lübeck stammt von den Architekten Hans Atmer und Jürgen Marlow. Es gehört zu einer Anlage aus mehreren Trakten, die nordöstlich der Altstadt zu finden ist. Als gelungenes Beispiel der Nachkriegsmoderne steht der ursprüngliche Bauabschnitt von 1962 heute unter Denkmalschutz. Das Lübecker Büro ppp Architekten + Stadtplaner hat das Gebäude mit großer Treue zum Detail grundsaniert. Vor rund 15 Jahren hatte ppp auf dem Gelände bereits eine Erweiterung fertiggestellt.
Der Justizstandort wird heute durch das Land- und das Amtsgericht Lübeck genutzt. Die Sanierung umfasste einen dreigeschossigen Bau mit insgesamt achtzehn Gerichtssälen und ein achtgeschossiges Bürohochhaus mit neun weiteren Sälen. Letzteres bietet darüber hinaus Platz für 310 Arbeitsplätze. Wichtigster Raum des Objekts ist der repräsentative große Schwurgerichtssaal im ersten Stock des niedrigeren Trakts. Dessen Stirnseite bildet die Adresse der Anlage, während das Bürohochhaus zurückversetzt ist. Bearbeitet wurde eine Bruttogrundfläche von 13.770 Quadratmetern bei Bauwerkskosten in Höhe von 29,9 Millionen Euro. Beteiligt waren auch TGP Landschaftsarchitekten, ebenfalls aus Lübeck.
Eine große Fensterfläche begrüßt die Besucher*innen mit Einblicken in den Schwurgerichtssaal. Das Erdgeschoss springt etwas zurück und macht so Platz für einen überdachten Eingangsbereich. Das Sockelgeschoss ist mit Waschbetonplatten verkleidet. Das Obergeschoss wurde hingegen mit einer Vorhangfassade aus Glas und hochglanzpolierten Natursteinplatten ausgestattet. Obwohl sich die beiden Volumen zwischenzeitlich effektiv im Rohbauzustand befanden, zeigen sie sich jetzt wieder in ihrer ursprünglichen Gestaltung.
Dies gilt insbesondere auch für die Innenräume, die mit hellen Terrazzoplatten, Holz- und Putzoberflächen sowie hier und da farbigen Akzenten nüchtern, aber rundum freundlich gestaltet sind. Ein zweigeschossiges Atrium im Obergeschoss des niedrigeren Trakts dient sowohl als Wartebereich wie, mittels einer umlaufenden Galerie, auch der Erschließung. Die Grundrisse haben ppp an die heutigen Bestimmungen für Sicherheit, Brandschutz und Barrierefreiheit angepasst und die Gebäudetechnik in Zusammenarbeit mit der Planungsgruppe KMO (Eutin) komplett erneuert. (sb)
Fotos: Stephan Baumann
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Hinrich Schoppe | 23.01.2026 16:38 UhrNichts
Na geht doch!
Alles gemacht.
Sehen tut man nix.
Glückwunsch an den Bauherren, der zu seinem Gebäude steht.
Glückwunsch an den Architekten, der sich zurücknimmt und in den Dienst stellt.
Glückwunsch an die Haustechnik, die sich eigefügt hat (hoffentlich freiwillig...).
Danke!