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14.04.2016

Chipperfield auf der Museumsinsel

Richtfest für die James-Simon-Galerie


Von Dina Dorothea Dönch

Dem „Tor zu Berlins Schatzinsel“ – so bezeichnete Kulturstaatsministerin Grütters die James-Simon-Galerie auf der Museumsinsel – wurde gestern die Richtkrone aufgesetzt. Nach Verzögerungen durch komplizierte Gründungsarbeiten steht nun der Rohbau und es lässt sich erahnen, wie die neue Architektur die altehrwürdige Umgebung in Szene setzen wird. David Chipperfield Architects hatten den Wettbewerb vor zehn Jahren gewonnen und den Entwurf mehrmals überarbeitet. 2018 soll das Projekt fertig gestellt werden.

Mit Kolonnaden und Freitreppe übernimmt die neue Architektur klassische Elemente der Bauten von Schinkel und Stüler. Dabei positioniert sie sich geschickt zwischen den Museen, sodass sie eher neue Blicke schafft als alte zu verstellen. Als Empfangsgebäude für das Museums-Ensemble wird der Neubau Raum für Sonderausstellungen, Gastronomie und Museumsshop bieten. Über die Archäologische Promenade werden die Einzelmuseen verbunden. Mit dieser zeitgemäßen Infrastruktur stellt sich die Museumsinsel auf die wachsenden Besucherzahlen ein, die nach Fertigstellung des Humboldt-Forums erwartet werden.

Im wilhelminischen Deutschland war James Simon Inhaber des bedeutendsten europäischen Baumwollunternehmens und stand dem Kaiser nahe. Simon finanzierte über die Deutsche Orientgesellschaft Ausgrabungen in Ägypten, aber auch viele soziale Projekte in Deutschland. Er vermachte dem preußischen Staat unter anderem die Büste der Nofretete und legte mit seiner Renaissance-Sammlung zusammen mit dem Kunsthistoriker Wilhelm von Bode den Grundstein für das heutige Bode-Museum. Die Architektur der Museumsinsel ist eng mit dem von ihm gestifteten Kunstwerken verbunden. Anlässlich des Richtfestes erklärte Hermann Parzinger, Präsident der Stiftung Preußischer Kulturbesitz, dass der Name der James-Simon-Galerie nicht nur an diese bedeutende Persönlichkeit erinnere, sondern stellvertretend auch an alle anderen jüdischen Deutschen, die unsere Gesellschaft geprägt haben und prägen.

Der britische Architekt David Chipperfield, der erklärt, dass seine besondere Verbindung zu Deutschland nicht zuletzt auch über seine deutsch-jüdische Frau Evelyn Stern entstand, löst die architektonisch anspruchsvolle Aufgabe einer zeitgemäßen Ertüchtigung der Museumsinsel bisher meisterhaft. Zwischen 1999 und 2009 stellte er das Neue Museum wieder her und machte die bewegte Geschichte des Baus durch respektvolle Ergänzungen der Ruine erfahrbar. Nebenan entsteht nun die James-Simon-Galerie – auch sie vorausichtlich ein Gewinn.




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