Idyllischer Schein
Richtfest für Topografie des Terrors
Es ist der zweite Anlauf für das Museum „Topografie des Terrors“. Der von Ursula Wilms aus dem Büro Heinle Wischer und Partner , Berlin und dem Landschaftsarchitekten Heinz Hallmann, Aachen entworfene Kubus auf dem Gelände des ehemaligen Hauptquartier der Gestapo hat heute Richtfest. Das Dokumentationszentrum entsteht auf den Ruinen des im Krieg zerstörten Prinz-Albrecht-Palais neben dem Martin-Gropius-Bau.
Über die vorausgegangenen Turbulenzen um Peter Zumthors Entwurf vor zehn Jahren (BauNetz-Meldung vom 18. März 1999), den Abriß des Rohbaus ( BauNetz-Meldung vom 27. Oktober 2004), die Wettbewerbsergebnisse (BauNetz-Meldung vom 25. Januar 2006) und den Baubeginn (BauNetz-Meldung vom 2. November 2007) hatten wir ausführlich berichtet.
Der kubische Baukörper mit symmetrischem Innenhof liegt parallel zum Ausstellungsgraben der alten Kellerreste. Im Erdgeschoss befindet sich ein großer Foyerbereich, der zu den Ausstellungsräumen führt. Das Untergeschoss beinhaltet die Bibliothek und Arbeitsräume. Die Außenhaut des 19 Millionen Euro teuren Baukörpers besteht aus einer Glas-Metall-Fassade und variablen, ebenfalls metallischen Sonnenschutzelementen.
Die Süddeutsche Zeitung wähnt sich fragend an einem gemütlichen Ort: „Das Gelände wirkt auf eigenartige Weise idyllisch, eine grüne Oase, die wenig davon verrät, dass sich hier die Terrorzentrale des NS-Staates befand.“
nee, mal im ernst: der anspruch, die realisierbarkeit bei vorgegebenem budget im rahmen der planung nachzuweisen, der ist doch nicht vermessen. und der zerstört doch auch per se noch keinen guten entwurf. sicher gehen die haltung der berliner bauverwaltung und die von herrn z. ganz schlecht zusammen, und die spannendere frage ist eigentlich eher, warum er eigentlich anfangen konnte zu bauen, wenn die probleme so groß waren, wie hinterher gesagt?
zum bauen gehört, auch wenn das hier unbequem sein mag, viel mehr als ein architekt.
gruß, svenski.
besonderen Ort zu haben. Bürokraten, die auf
Kosten des Steuerzahlers leben, haben Zumthor
verjagt - nun haben Sie das da: Kunstgalerie
oder zeitgemäße Kiste, jedenfalls beliebige
Architektur!
Das Lesen von Beitrag Nr.4 setzt offenbar die Kenntnis der deutschen Sprache voraus.
Dass der Verlust der deutschen Baukunst dann in englischer Sprache beweint wird - very strange indeed.
Ich glaube viele Leute wissen gar nicht wie sehr sie sich selbst schon verinternationalisiert und verbanalisiert haben.
Sprache ist naemlich auch ein Kulturgut das gepflegt werden mag um nicht vor die Hunde gehen!