Unterstützung für Europäisches Bauhaus
Resolution der Bundesarchitektenkammer
„Geradezu enthusiastisch begrüßen wir als Bundesarchitektenkammer, Vertreterin der 16 Länderarchitektenkammern mit ihren über 135.000 Mitgliedern, die Initiative eines Neuen Europäischen Bauhauses und bieten spontan unsere uneingeschränkte Unterstützung an!“ Es klingt wie ein Jubelschrei, was die 93. Bundeskammerversammlung der Bundesarchitektenkammer vor wenigen Tagen in Reaktion auf Ursula von der Leyens Idee eines Europäischen Bauhauses verkündete. Man wolle bei der „Umsetzung der notwendigen Renovierungswelle“ fachlich beraten und zu einer europaweiten Umbaukultur beitragen; Positivbeispiele aus der Praxis begleiten, die einen ganzheitlichen Planungsansatz verfolgen; sowie als Netzwerk helfen, die Idee des Europäischen Bauhaus in „wirkungsvolle virtuelle und physische Orte“ umzusetzen.
EU-Kommissionspräsidentin von der Leyen hatte am 16. September dieses Jahres in ihrer Rede zur Lage der Europäischen Union erstmals die Idee eines Neuen Europäischen Bauhauses als ganzheitlich agierendes Denklabor formuliert. Architektur und Bausektor müssten ihren Beitrag zum Erreichen der Pariser Klimaziele leisten, hieß es in dem Papier. „Unsere Gebäude verursachen 40 Prozent unserer Emissionen. Sie müssen weniger verschwenderisch, weniger teuer und nachhaltiger werden. Und wir wissen, dass sich der Bausektor sogar von einer Kohlenstoffquelle in eine Kohlenstoffsenke verwandeln kann, wenn organische Baumaterialien wie Holz und intelligente Technologien wie KI eingesetzt werden.“ Dies sei nicht nur ein Umwelt- oder Wirtschaftsprojekt, vielmehr müsse es ein kulturelles Vorhaben für Europa sein, so von der Leyen, die in dem Zusammenhang von einem Systemwandel spricht. Die Einrichtung eines Europäischen Bauhauses soll diesen Wandel forcieren.
Die Politik der EU-Kommission stößt nicht immer auf Verständnis bei den Architekt*innen, wie zuletzt auch das Ringen um eine neue Honorarordnung gezeigt hat. Die Idee für ein „Europäisches Bauhaus“ aber unterstützt das Parlament der Architekt*innen – mit einer fast einstimmig verabschiedeten Resolution. Sorgfältig geplante und nachhaltig gebaute Gebäude in lebendigen Quartieren mit ansprechenden Freiräumen seien von elementarer Bedeutung für eine offene und selbstbestimmte Gesellschaft, heißt es darin. Und weiter: „Wir Architektinnen und Architekten aller Fachrichtungen und wir Stadtplanerinnen und Stadtplaner bekennen uns im Sinne der Davos-Erklärung von 2018 ‚Towards a high-quality Baukultur for Europe‘ ausdrücklich zu unserer Verantwortung für die Gestaltung der gebauten Umwelt.“
Im Zentrum stehe dabei ein ganzheitlicher Planungsansatz, um die Klimaziele auf hohem baukulturellem Niveau umzusetzen, der das einzelne Gebäude vom Innenraum bis zu regionalem Kontext, Infrastruktur, Mobilität, Naturraum und den Lebensverhältnissen zusammendenkt, so die Versammlung der Bundesarchitektenkammer. Auch müsse die gesamte Wertschöpfungskette betrachtet werden, neben Planung und Bau also auch der Betrieb und der Um- beziehungsweise Rückbau. Die Kammer fordert daher, schon die Ausbildung ganzheitlich auszurichten, hohe berufsethische Standards einzuhalten und Architekt*innen entsprechend zu honorieren. „Das Europäische Bauhaus hat das Potenzial, praktische Antworten auf die gesellschaftliche Frage zu geben, wie wir als moderne Europäerinnen und Europäer im Einklang mit der Natur leben wollen. Und es kann im Sinne von Ursula von der Leyen helfen, das 21. Jahrhundert schöner und humaner zu machen.“ (kat)
Innovation lässt sich nicht verordenen und entsteht viel eher in opposiotion zum Status Quo.
In diesem Sinne nachvollziehbar, das die Architektenkammer als für Bauqualität eher nutzloser Verwaltungsapparat auf den Zug aufspringen und das ganze feiern, als Chance sich zu profilieren.
Bin sehr gespannt welche baulichen Innovation das 21. Jh. hervorbringt, wie die Bauhaus Ideen staatlich verordnet aussehen, hat allerdings schon die DDR im 20 Jh. gezeigt.
Ob eine dem Bauhaus vergleichbare Bewegung überhaupt auf unserem Kontinent stattfinden wird oder nicht eher in Asien steht noch einmal auf einem ganz anderen Blatt.
Also jede Menge Schildbürgerstreiche und Lehrgeld was sich dann Experiment nennt.
Also müssen wir vorne weg als Koordinator, was ja unsere Rolle beim Bauen ist. Wie beim Bauen, als ein -Bauhaus- die Gewerke, die Anforderungen koordinieren.
Eigentlich nichts Neues. Wir schulden ein Werk.
Wie möchte man denn Änderungen des Zusatandes erreichen, wenn man sich nicht engagiert?
Also los! Rein in alle Gremien, Ausschüsse, Lobbys und Hinterzimmer und das Bestmögliche rausholen, was für unsere Zunft von Interesse ist!
Wenn wir uns dafür zu "fein", zu "schade" oder zu "moralisch" sind, dann werden es andere tun. Für deren Interessen und Ansichten und die Architekten bleiben (mal wieder) auf der Strecke.
(Man bedenke nur, was die ganzen Normen und Vorschriften aus unserem Beruf gemacht haben, weil wir das nicht im Blick hatten und die Hand nicht drauf).