Die Scherbe ist fertig
Renzo Piano eröffnet Hochhaus in London
Nun ist er also doch noch rechtzeitig zum Beginn der Olympischen Spiele in London fertig geworden: Gestern konnte Renzo Piano seine pyramidenförmige, gläserne Hochhauskonstruktion „The Shard“ in der britischen Hauptstadt eröffnen (siehe zum Baubeginn BauNetz-Meldung vom 1. September 2009).
Mit seinen fast 310 Meter Höhe überragt der im Stadtteil Southwark in der Nähe der London Bridge errichtete Multifunktionsturm künftig nicht nur jedes andere Hochhaus in London, sondern ist bis zur Fertigstellung des Mercury City Towers (332 Meter hoch) in Moskau auch das höchste Gebäude Europas.
Auf insgesamt 95 Stockwerken verteilen sich verschiedene Nutzungen wie Wohnen, Arbeiten und Einkaufen: Während auf den unteren Ebenen 55.000 Quadratmeter für Büros und Läden reserviert sind, residieren zwischen der 34. und 50. Etage die Gäste des Shangri-La-Hotels. Darüber, in den Etagen 53 bis 65 wurden zehn Luxusapartments realisiert. Die Spitze des Hochhauses ist dann wieder als 15-geschossige Aussichtsplattform für die Öffentlichkeit zugänglich.
Fotos: Michel Denancé
Das "ist also nur die konsequente Fortführung einer Stadtbaupolitik, die schon lange (...) eingeknickt zu sein scheint." Das gilt dann wohl auch für das - verzeihung - peinliche Humboldtforum und viele andere Berliner Großprojekte.
Um die Frage meines Vorkommentators aufzunehmen: Die Diskussion um die Sinnhaftigkeit von Hochhäusern in der altehrwürdigen Stadt ist nun wirklich keine neue. Prinzipiell ist gegen den innerstädtischen Bau von Hochhäusern doch nichts einzuwenden. Andernfalls wären Skylines wie die von Manhatten wahrscheinlich nie entstanden. Warum also nicht auch in London? Die Spitzform jedenfalls halte ich da vor allem bei derart hohen Gebäuden für durchaus angebracht, weil sie sich am wenigsten wichtig nimmt. Expressive Alternativen wie sie überall auf der Welt entstehen, möchte ich mir an diesem Ort lieber nicht vorstellen.