Fast ganz in Weiß
Fassadenwettbewerb in Berlin entschieden
Nun hat sich doch der Entwurf von Schweger & Partner (Hamburg) durchgesetzt: Wie die Berliner Senatsverwaltung für Stadtentwicklung mitteilt, konnte sich der Entwurf der Hamburger für den Bettenturm der Berliner Charité, der bereits im April in der ersten Phase des Wettbewerbs einen ersten Platz gemacht hatte, gegen seinen damals gleichfalls als Siegerentwurf gekürten Mitbewerber – den Entwurf von Thomas Müller und Ivan Reimann (Berlin) – durchsetzen (siehe zur ersten Phase des Wettbewerbs BauNetz-Meldung vom 24. April 2012).
Aus dem Juryprotokoll: „Die Arbeit teilt das Volumen in einen robusten Sockel und einen gegliederten Aufbau. Hierdurch verliert das Gebäude an optischer Höhe, was durch eine Betonung der Vertikalen durch feine Lisenen kompensiert wird. Auch die Funktionsbauten entwickeln sich aus dem Thema des Sockels und werden aus rigide gerastertem Backstein erstellt. Das Thema des Sockels wird kontrovers diskutiert, aber das eigentliche Thema des Entwurfes ist das Raster, mittels subtilen Pfeilerverbreiterungen werden die Rastersprünge des Bestandes thematisiert, aber nicht überbetont.
Es entsteht ein Fassadenbild, das zwar ein neues Gesicht für die Charité entwickelt, aber dessen Ursprung, nämlich der Bestand der alten Charité, durch das neue Kleid hindurch stets spürbar macht.“
Die Ausstellung der Wettbewerbsarbeiten findet vom 13. bis zum 26. Juli im Amerika-Haus, Hardenbergstraße 22-24, 10623 Berlin statt.
nicht durchdacht...!
nicht, dass es der vorgänger besser gemacht hatte. nein, um so einen schandfleck am himmel über berlin zu verhindern braucht es keine person, die es richtet, sondern eine prominente debatte zur baukultur in berlin. hätte berlin, wie im koalitionsvertrag vereinbart sein durch closed-shop-charakter lächerliches baukollegium zu einem transparenten gestaltungsbeirat umgebaut, er hätte dem öffentlichen interesse hier eine autorität verleihen können, der zumindest den jetzt zweitplatzierten entwurf ermöglicht hätte.
denn jede wette, hier hat allein das geld regiert und um dagegenanzugehen reichen keine worte, es braucht eine neue streitkultur in der stadt. also aufwachen senat und bitte die kolaitionsvereinbarung umsetzen!