Im Herzen von Oy-Mittelberg
Rathaus von Muffler Architekten
Während ein Gemeinsinn zumindest hierzulande seinen Ausdruck kaum noch in Sakralbauten findet, sind es oftmals Kultureinrichtungen wie etwa Büchereien oder Konzertsäle, die außerhalb der Zentren architektonische „Dorfkronen“ bilden. Überdies sind unter den bemerkenswerten öffentlichen Projekten, die in den vergangenen Jahren auch abseits der großen Städte realisiert wurden, auffallend viele Rathausbauten vertreten.
Ungeachtet der Neuerungen, die sie auszeichnen (darunter etwa nachhaltige Ansätze im Umgang mit Baustoffen oder ungeahnte Nutzungskombinationen), folgen viele dieser Vorhaben dem Anspruch, die Architektursprache der Umgebung aufzugreifen und fortzuschreiben. Dass ein solches Bemühen um die Einpassung in den Kontext keineswegs eine Anbiederung an die Nachbarschaft bedeuten muss, beweist der Rathausneubau, der nach Plänen von Muffler Architekten (Tuttlingen) in der kleinen Gemeinde Oy-Mittelberg im schwäbischen Landkreis Oberallgäu errichtet wurde.
Inmitten der Ortschaft, die etwas mehr als viereinhalbtausend Einwohner*innen zählt, bildet der Neubau vis à vis der Gemeindekirche aus dem 17. Jahrhundert den nordwestlichen Abschluss des Hauptplatzes. Durch die Beschränkung auf wenige, allerdings großformatige Fenster unverkennbar zeitgenössisch, resoniert das Rathaus sowohl durch seine Kubatur als auch durch die hölzerne Fassadenverkleidung mit der gewachsenen Umgebung.
Jenseits eines kleinen Vorplatzes, der auf Planungen des Büros ah Landschaftsarchitekten Anderson & Hinterkopf (Stuttgart) beruht, schützt der in den Baukörper eingeschnittene Eingangsbereich die Besucher*innen vor Sonne und Regen. Gänzlich unbehelligt von jedweder Wetterunbill können die behördlichen Serviceangebote im Erdgeschoss durch die Nutzer*innen der Tiefgarage in Anspruch genommen werden. Jenseits der Verwaltungsräume, die das Obergeschoss einnehmen, eröffnet der Sitzungssaal, der unter dem Dach untergebracht ist, den Blick auf den Alpennordrand.
Die Entscheidung, Erd- und Obergeschoss in Stahlbeton auszuführen, begründen die Planer*innen mit dem Erfordernis, zwischen den unterschiedlichen Niveaus des Hanggrundstücks zu vermitteln. Zudem soll die Massivkonstruktion den Schutz des hölzernen Dachgeschosses vor aufsteigender Feuchtigkeit gewährleisten. Machten die großen Spannweiten, die die Dachkonstruktion bestimmen, den Einsatz von Leimholzbindern notwendig, sind es Weißtanne-Bretter, die die Wandflächen der Flurtrennwände verkleiden. (ree)
Fotos: Brigida González
Das erklärt auch die Aussenraumgestaltung.
Wie hoch ist wohl der Kostenanteil für Autoraum im Vergleich zum Rest des Bauvorhabens?
Das ist auch etwas das die Baunetzredaktion kritisch hinterfragen darf bzw. sollte.
Das ist ist die falsche Antwort auf Hitzesommer, Frischluftschneißen und Verbesserung des Mikroklima.
Ich finde die Städtebauliche Antwort nicht mal gut für ein Rathaus.... wäre es doch lieber ein Wohnhaus....
Nicht auffallen, damit man nicht schaffe muss, oder?
Grau wie seine Mäuschen....
Warum ein öffentliches Gebäude so wenig barrierefrei gebaut wird, dass man als Mensch mit nicht so gutem Sehvermögen, die Wand nicht vom Fußboden unterscheiden kann, bleibt wahrscheinlich ein Rätsel.
Auch das mehrfache anschlagen des christlichen Kreuzes ist ein Affront an die Glaubensfreiheit.
Schade