Superblock 2.0
Quartierzentrum in Nantes von KAAN
Auf einem ehemaligen Gärtnereigelände entsteht seit einigen Jahren ein neues Stadtviertel: Bottière Chénaie, im Nordosten von Nantes gelegen. Das 35 Hektar große, gut fünf Kilometer vom Stadtzentrum entfernte Wohnquartier, das auf einem Masterplan von Jean-Pierre Pranlas-Descours basiert, wird von der Stadt als „Ökoviertel“ beworben. An dessen Südende haben KAAN Architects (Rotterdam/Paris) in Zusammenarbeit mit Atelier Forny (Nantes) nun einen 17.200 Quadratmeter großen Wohn- und Geschäftskomplex realisiert.
Das 22 Millionen Euro teure Ensemble basiert auf einem Wettbewerbsentwurf, den KAAN 2013 gewannen. Eingeklemmt zwischen der Straßenbahn im Osten, der Eisenbahntrasse im Westen und einer vielbefahrenen Hauptstraße im Norden liegen die drei Gebäude, die im Auftrag des Immobilienentwicklers Groupe Giboire entstanden. Gegeneinander verschoben schaffen die beiden zur Straße liegenden Wohnbauten – im Erdgeschoss mit Supermarkt und Gastronomie – einen kleinen Quartiersplatz. Ein Hauch von Stadt in der in die Landschaft gepflanzten Neubausiedlung.
Insgesamt 172 Wohnungen, davon 39 Sozialwohnungen, gibt es in dem monumentalen Betonensemble, im Südwesten des Grundstücks ergänzt von einem Büroblock sowie einem Parkhaus. Der auf den ersten Blick monolithisch wirkende Koloss lässt mit außenliegender Erschließung, Laubengängen und dunklen Ecken ein wenig an Großwohnsiedlungen der 1970er Jahre denken – auch wenn KAAN in ihrem Projekttext genau das als offen, transparent und halböffentliche Räume schaffendes Design hervorheben.
Die, typisch KAAN, die Vertikale beziehungsweise Horizontale betonende Fassade basiert auf einer Pfosten-Balken-Konstruktion aus Betonfertigteilen, deren Ecken komplett verglast sind. Auf der Innenseite sind Laubengänge mit grau lackiertem Holz verkleidet – eine ausgewogene Farbbalance für den heimeligen, wohnlichen Touch, wie die Architekt*innen schreiben. (kat)
Fotos: Sebastian van Damme
Mal sehen ob man über Projekte wie diese so urteilen wird, wie man es in der Gegenwart über die Wohnmaschienen in Köln Chorweiler tut.
Der Gestaltung ist nicht entgegen zu stellen Es sieht halt so aus wie es sich eine Handvoll Planer und der Bauherr überlegt habe. Wichtig ist doch nur, dass wir uns bei den Diskussionen übers Wohnen, sowie bei den Ideen des Wohnens, nicht immer im Kreis drehen.
Die Gute ist die loftige gleich vorne groß verglaste.
Selbstverständlich ist Ihr Kommentar so überflüssig wie nur was.