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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Powerhouse_Company_in_Eindhoven_4946482.html

12.01.2017

Bunkeraufstockung

Powerhouse Company in Eindhoven


In den Jahren 1967–69 realisierte H.A. Maaskant für die TU Eindhoven ein Studentenzentrum, das auf Grund seiner streng brutalistischen Form den Namen De Bunker bekam. Elegant proportioniert, flach geduckt und aufwändig im Detail, handelt es sich bei De Bunker keineswegs um eine abweisende Betonkiste, sondern eher um ein Kleinod, das in die Jahre gekommen ist.

Nun – genau ein halbes Jahrhundert später – wird De Bunker massiv überformt. Im Jahr 2015 konnten die Rotterdamer Architekten Powerhouse Company zusammen mit den beiden Projektentwicklern RED Company und Being Development den Wettbewerb gewinnen. Im letzten Jahr wurde der Entwurf in Zusammenarbeit mit der TU Eindhoven und den städtischen Behörden konkretisiert. Die Architekten planen, De Bunker zu renovieren und massiv zu erweitern. Sie werden ein Hochhaus mit 36 Stockwerken auf die bestehende Struktur setzen, in dem vor allem Wohnungen geboten werden. Im Sockelbereich sind Büros und ein Restaurant geplant, eventuell wird auch es auch ein Hotel geben.

Der interessanteste Aspekt des Entwurfs ist sicherlich, dass die Form des Hochhauses tatsächlich aus der brutalistischen Formensprache des Bestandbaus entwickelt wurde. Hier wird also ein direkter Bezug zu den Sechzigerjahren greifbar, der sich momentan immer wieder auch an anderen Projekten ablesen lässt. Man kann die Umnutzung von De Bunker sicherlich als zukunftsweisendes Projekt interpretieren, das kreativ und respektvoll mit dem Bestand umgeht – wie es von Seiten der Verantwortlichen betont wird.

Vermutlich dominiert jedoch ein gewisser Pragmatismus und eine Freude am Gestalten, die in den Niederlanden nicht untypisch sind und immer wieder zu extremen und spannenden Lösungen führen. Im vorliegenden Fall besteht aber doch die Gefahr, dass ein markantes historisches Gebäude verloren geht. Sofern die Visualisierungen nicht trügen, wird aus einem kleinen, großzügig gedachten Kulturbau, der im Geist der reformorientierten 1960er Jahre entstand, wohl ein massiv verdichtetes, weitgehend kommerzielles Turmprojekt, das den Ursprungsbau vermutlich zum weitgehend unkenntlich gemachten Sockel degradieren wird. (gh)


Zum Thema:

Mehr über Hugh Maaskant auch in einer Monographie von Michelle Provoost, hier die Rezension. Sein Provinciehuis in Den Bosch wurde übrigens von KAAN Architecten vorbildlich modernisiert.


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