Der mittlerweile 81 Jahre alte Reinhold Messner ist eine Legende des Alpinismus. Dass man ihn weit jenseits der Szene kennt, liegt sicherlich auch an den Selbstvermarktungskünsten des Südtirolers. Unter anderem betreibt er mit dem Label Messner Mountain Museen (MMM) sechs Ausstellungshäuser in den italienischen Alpen.
Seit Juni 2025 kann sich Messner über sein siebtes Museum freuen, das aus konzeptionellen Gründen nicht zum MMM gehört, sondern unter dem Namen Reinhold Messner Haus private Besitzstücke von ihm und seiner Frau Diane Schumacher Messner inszeniert, die primär für das neue Haus verantwortlich ist. Gezeigt werden künstlerische Objekte und Bilder, die zusammen mit Ausrüstungsgegenständen Messners zu erzählerischen Settings arrangiert wurden.
Untergebracht ist das Privatmuseum in der ehemaligen Seilbahnstation auf dem Sextener Hausberg Helm. Auch wenn die Fotos etwas anderes suggerieren, liegt das Gebäude in allernächster Nähe der neuen Seilbahnstation samt Gastronomie. Dass sich das Reinhold Messner Haus als „Einladung zum Innehalten, zum Denken, zum Dialog“ versteht und programmatisch auf Nachhaltigkeit und Umweltbewusstsein setzt, wirkt im Kontext des Skizirkus auf dem Monte Elmo (so der italienische Name) doch etwas irritierend.
Auf planerischer Ebene muss man dem Projekt auf jeden Fall zugutehalten, dass es ein echtes Upcycling-Projekt ist. Denn das verantwortliche Architekturbüro Plasma Studio – mit global sechs Standorten zwischen Sexten und Singapur – transformierte hier einen obsolet gewordenen Infrastrukturbau zum Kulturort. Allein aufgrund der immensen Menge an Stahlbeton, aus der ein solches Gebäude besteht, ist das eine erfreuliche Lösung. Rückgebaut wurde trotzdem, um das Hauptvolumen von den zahlreichen Anbauten zu befreien. Das schuf Platz für topografisch geformte, begrünte Erweiterungen, die den Bestand nun besser in die Landschaft einzubinden versuchen.
Die Architekt*innen beschreiben den Rundgang durch das Haus als Erlebnis zwischen technischen Anlagen, rohem Beton und eindrucksvollen Ausblicken in die Berglandschaft. Von den dunklen, ehemals dienenden Räumen im Sockel führt er bis hinauf in die Haupthalle, in der einst die Kabinen ihre Runde drehten und wo man nun durch eine riesige Glaswand in die Weite blicken kann. Seltsam mutet der Raum unter der Halle an, wo ein organisch bewegter Boden aus Abbruchmaterial an eine Skateanlage erinnert und zu einer Aussichtsplattform führt.
Errichtet wurde das Reinhold Messner Haus im Auftrag der 3 Zinnen AG. Mit ihren knapp 300 Mitarbeiter*innen ist sie laut eigener Aussage die zentrale Betreiberin touristischer Infrastruktur in den Dolomiten rund um den markanten Gebirgsstock Drei Zinnen – von Bergbahnen samt Gastronomie bis zu Freizeit- und Erlebnisangeboten. (gh)
Fotos: Florian Jaenicke
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