Lebende Etagen
Pläne für Wohnhochhaus am Spreeufer in Berlin
Mit großem medialem Aufwand wurde jetzt der Verkaufsstart für die Eigentumswohnungen in dem „ersten neu errichteten Wohnhochhaus in Berlin seit dem Mauerfall“ begangen. Ein Investor mit der sprechenden Firmenbezeichnung „Living Bauhaus“ entwickelt den 63 Meter hohen Wohnturm an der Mediaspree in Berlin-Friedrichshain unter dem Marketingnamen „Living Levels“. Als Architekt firmiert Sergej Tchoban von nps Tchoban Voss.
Das 63 Meter hohe Haus am Spreeufer widerspricht zwar einem erfolgreichen Volksbegehren von 2008, das am Spreeufer dort gar keine Hochhäuser erlaubt, es lässt aber zumindest einen acht Meter breiten öffentlich zugänglichen Uferstreifen frei, was ebenfalls im Volksbegehren gefordert wurde.
In dem Hochhaus an der East Side Gallery entstehen 45 Eigentumswohnungen mit Größen zwischen 48 und 380 Quadratmeter. Laut Investor begeistere es mit einer „stylischen Glas- und Aluminium-Fassade und Begrünung“. Als Vorbild für die bepflanzten Plattformen und Balkone nennt er das „Bosco Verticale“ in Mailand. Der Baubeginn ist für den Jahresbeginn 2013 angekündigt.
The times they are a-changin. Mich stört dieser im wahrsten Wortsinne spießige Konservatismus so mancher heutiger (!) angeblicher Hipper-Partygänger und Aktivisten, die IHR Ausgehquartier wie in einer Zeitkapsel auf ewig bewahrt und gesichert sehen wollen. Wie öde ist das denn....Dabei sind die wirklichen Trendsetter und coolen Leute schon lange woanders unterwegs und weinen der Bar25 keine Träne mehr nach. P.S. Sätze in denen "das Volk" vorkommt - und sei es auch nur ironisch -, waren mir schon immer suspekt.
Die eigentliche Herausforderung ist die urbane Wiedergewinnung dieser Brachlandschaften. Ob das mit der derzeitigen Planung gelingt, ist allerdings eine ganz andere Frage. Fest steht nur: mit den Forderungen von Mediaspree versenken gelingt es sicher nicht. Was die rechtliche Situation angeht: E gibt nunmal rechtliche Ansprüche, die aus aus Verwaltungshandlungen aus der Zeit vor dem Volksbegehren ergeben. Diese unter einem Hut zunbekommen mit den in erster Linie politischen und nicht rechtlichen Kosequenzen des Volksbegehrens ist nun mal objektiv politisch wie rechtlich nicht leicht. Die dümmlichen Reaktionen hier im Forum auf den Umgang mit dem Volksbegehren in Berlin haben wenig Realitätsbezug - und lassen mir die Haare zu Berge stehen, wenn ich mir vorstellen soll, dass unter solchen Umständen direkte Demokratie ausgebaut werden soll.
suchen sie nach einer Urbanität, die sich z.B. perfekt am Potsdamer Platz finden lässt, "Für mehr Leerstellen in der Staft!!!"
die nischen tun sich schon wieder auf, grundstücke werden an das volk verteilt, alles wird gut, natürlich am stadtrand, so wie in münchen, düsseldorf, frankfurt etc.