Unter die Erde, auf die Piste
Pläne für Hotelerweiterung in Fiss von NOA
Mehrgängige Gourmetmenüs, 5.000 Quadratmeter Spa, spezielle Buffets für Kinder, Familienkino und Wasserwelt: Das Schlosshotel Fiss im Tiroler Oberland gehört zu jenen Resorts, die auch Familien einen Luxusurlaub bieten. Das Fünf-Sterne-Hotel liegt auf 1.438 Metern Höhe direkt an den Pisten der Region Serfaus-Fiss-Ladis. Für eine vierköpfige Familie beginnen die Preise bei rund 812 Euro pro Nacht. Nach der Eröffnung des neuen Kids Clubs im vergangenen Dezember plant das Südtiroler Büro NOA einen weiteren Freizeitbereich für Junior- und Teen-Gäste. Das Projekt befindet sich bereits im Bau, die Eröffnung ist für Winter 2027 vorgesehen.
Das Schlosshotel Fiss liegt inmitten der Samnaun-Gruppe, einer alpinen Gebirgslandschaft an der Grenze zwischen Tirol und Graubünden. Wintersportorte wie Ischgl, Samnaun, Serfaus und Fiss zählen zu den bekanntesten Tourismuszielen der Alpen. Die Geschichte des Hotels reicht bis ins Jahr 1940 zurück. Damals diente das Gebäude als Jagdschloss und Gästehaus. Seine heutige Prägung erhielt das Haus erst nach der Übernahme durch die Familie Domenig im Jahr 1991, die es zum Familien- und Wellnesshotel ausbaute.
Für den neuen Teilbereich mit 2.340 Quadratmeter Nutzfläche stellte sich eine Frage, die alpine Tourismusarchitektur seit Jahren begleitet: Wie schafft man zusätzliche Flächen, ohne die Landschaft weiter zu verbauen? Die Antwort: Man lässt den Großteil des Gebäudes unter der Erde verschwinden. Vier Hauptgeschosse sowie zwei Ebenen für den Rutschenturm liegen überwiegend unterirdisch. Die wenigen sichtbaren Bauteile fügen sich wie ein künstliches Miniaturgebirge in die Topografie ein.
Praktischerweise passt die unterirdische Architektur auch gut zum Berg-Thema. NOA nennen als Inspiration Höhlen, Felsspalten und Bergkammern. In die unterirdischen Räume sind wiederum Patios eingeschnitten, die an Eiskristalle erinnern sollen. Tagsüber bringen sie Licht ins Innere, bei Dunkelheit werden sie effektvoll beleuchtet. Kubatur und Grundriss basieren auf einem dreieckigen Raster, das auf Wänden, Böden, Decken und in Mustern immer wieder auftaucht. Das Dach ist als begehbare Landschaft konzipiert. Zu den Attraktionen zählen eine reguläre Rutsche mit 50 Metern Länge, eine Doppelsitzer-Rutsche, eine Bobby-Car-Strecke sowie verschiedene Kletter- und Seilparcours, ergänzt durch digitale Erlebniswelten und die sogenannte Kids Academy für Kreativ- und Bildungsangebote.
Auf der ersten Unterebene sind außerdem ein Shop sowie ein Skidepot mit direktem Pistenzugang untergebracht. Doppel- und dreifach hohe Räume sowie stufenartige Sitzlandschaften greifen das Motiv der Berglandschaft erneut auf. In den tieferen Geschossen dominieren Stein, Metall, Glas und blaue Textilien, die an die kühle Atmosphäre einer Höhle erinnern. Mit zunehmender Höhe werden Holzoberflächen, Grüntöne und wärmere Materialien erkennbar. Von außen sollen erdfarbene, mit strukturierten Schalungsmatrizen gestaltete Sichtbetonfassaden Assoziationen an Felsformationen wecken. (dsm)
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