Sternstunden der Gentrifizierung
Pläne für Hochhaus am Berliner Spreeufer
Es wird nicht das erste, aber auch nicht das letzte Hochhaus am Ufer der Spree in Berlin sein. Als am Montag der Investor Vivico die aktuellen Pläne für die Nachbargrundstücke der O2 World vorgestellt hat, war man auf eine Auseinandersetzung gefasst. Nicht ohne Grund waren zu dem Gespräch, dem sogenannten „Vivico-Dialog“, Gegner des Projekts Mediaspree – die umstrittene Bebauung des Spreeufers – sowie „Raumforscher“ Dimitri Hegemann (Gründer des Clubs Tresor) eingeladen, um das Projekt bereits vor Baubeginn in sein Umfeld zu integrieren.
Der Komplex, der zwischen Ostbahnhof und Warschauer Straße entstehen soll, wird die neue Firmenzentrale des Mercedes-Benz Vertriebs Deutschland (MBVD) beherbergen und vom Berliner Büro Gewers & Pudewill Architekten entworfen werden.
Er besteht aus einem 50 Meter hohen Hochhaus mit dreizehn Etagen und einem Mercedes-Stern auf dem Dach sowie drei weiteren Gebäuderiegeln – jeweils 28 Meter hoch und siebengeschossig. Der gesamte Bürokomplex gegenüber der East Side Gallery wird eine Größe von 26.000 Quadratmetern haben und als Arbeitsplatz der 1.200 Mitarbeiter dienen. „Mit einem Mercedes-Benz-Showroom und einem Bistro soll sich das Quartier dem urbanen Raum öffnen“, heißt es in der Projektbeschreibung des Investors.
Im Herbst dieses Jahres sollen die Bauarbeiten beginnen, damit Mercedes auch schon im Frühjahr 2013 vom Potsdamer Platz an die Spree umziehen kann. Für zehn Jahre, also bis 2023, läuft dann der Mietvertrag zwischen dem Automobilkonzern und der Vivico.
Der Stern sei die größte Provokation, meinen die Kritiker der Initiative „Media Spree versenken!“. Außerdem sei ein Neubau von bezahlbaren Wohngebäuden dringend erforderlich, dafür fehle es jedoch an sozialpolitischen Plänen. Man kann sich also fragen, ob das Spreeufer in Friedrichshain bald der neue Potsdamer Platz werden wird? Insgesamt sollen auf rund 180 Hektar vorrangig Büro- und Hotelkomplexe entstehen, weitere Apartmentgebäude für Besserverdienende sollen folgen: Beginnen mit der Mercedes-Zentrale bald also die „Sternstunden der Gentrifizierung“ in Kreuzberg-Friedrichshain?
Für Dimitri Hegemann ist die Daimler-Zentrale übrigens nicht zu hoch. Berlin wolle schließlich Metropole sein. Er hoffe, dass durch die Ansiedlung von Mercedes-Benz ein „kultureller Dialog“ in Friedrichshain entstehen könne.
Auch die Vivico gibt sich optimistisch: das Mikroklima des Quartiers bleibe erhalten, und auch dem bunten Treiben an den Spreeufern werde nichts im Wege stehen, schließlich ende die Planung an der Straße vor der East Side Gallery – also weit vor dem Uferweg entlang der Spree.
mögen sich alle auch noch so sehr darüber aufregen, aber unser derzeitiges von verständnis von "nachhaltigkeit" wird bestimmt durch ein krampfhaftes festhalten an allen alten standards durch verweifeltes herauskitzeln jedweder energieeffizienz. damit dann das gewissen rein bleibt, kann sich der loha von heute dann das haus mit hanf statt styrodur einpacken, den ökodiesel tanken, sich an biofleisch satt**essen, die windenergie unterstützen, höchst effziente solarpanels aufs dach packen und hoffen, dass er doch noch in den (öko-)himmel kommt. die technikgläubigkeit der moderne hat uns die klimakatastrophe gebracht und wir glauben, weil wir es uns so gerne wünschen, dass ein neues technisches zeitalter schon alles wieder gerade biegt. wir erschrecken uns natürlich alle ganz furchtbar, wenn wir hören, dass das erdöl knapp wird, und wir befürchten müssen, bald kein auto mehr fahren zu können. ebenso wollen wir unsere schönen deutschen küstenregionen nicht den fluten opfern. deshalb stoßen jetzt alle lautstark mit ins horn. aber im ernst, es hat uns einen dreck interessiert, das der regenwald seit jahrzehnten abgeholzt wird, das ein großteil der weltbevölkerung ohne sauberes wasser dasteht, dass unternehmen jeden sch*** ins meer verklappen, dass menschenaffen ausgerottet werden etc! wir sind ja achso PC! die, die sich jetzt so aufregen, weil sie meinen, diese haltung führt dazu, nichts zu machen, liegen leider so ganz falsch. leute, ihr müsst noch verdammt viel MEHR machen!!! (irgendwo habe ich dieses zitat gehört die tage im tv: "papa, warum habt ihr damals keine deiche gebaut, als der meeresspiegel gestiegen ist?" - "ach mein kind, wir waren damit beschäftigt die glühlampen abzuschaffen!")
sie haben so recht! leider entspricht der horizont der meisten bemerkungen dem der chemielobby (oder der neu erstarkenden "alternative"-energien-lobby). gut gemacht, frau merkel!