Ideen für das Humboldt Forum
Petition und Präsentation in Berlin
Die Debatte um Entstehungsgeschichte und Erscheinung des Humboldt Forums ist kein reines Berlin-Phänomen – die kritische Haltung zum 2020 eröffneten Museum in der Replik des Berliner Stadtschlosses zieht ihre Kreise weit über die Hauptstadt hinaus. Das beweisen die Einsendungen, die die Initiative Schlossaneignung auf ihren im Juni gestarteten Ideenaufruf hin erreichten: Aus 16 Ländern stammen 152 Skizzen zu künstlerischen Interventionen, die die baulich ausgelöschten Spuren des 20. und 21. Jahrhunderts an der rekonstruierten Fassade des Preußen-Schlosses erneut sichtbar zu machen suchen. 21 Arbeiten wählte die Jury bestehend aus Kuratorin Julia Grosse, Künstlerin Hito Steyerl und Kulturwissenschaftlerin Annette Maechtel aus. Am morgigen Donnerstag, 10. Oktober 2024 werden diese gemeinsam mit einer begleitenden Publikation von DOM publishers in der nGbK am Alex von ihren Verfasser*innen präsentiert.
„Spannende, konzeptionell geschärfte, radikale und von technischen Zwängen befreite Ideen“ seien dabei, so lautet das Urteil der Jury. Eine Umsetzbarkeit war explizit nicht Teil der Ausschreibung. Das Wettbewerbsergebnis zeige so eine Fülle an Möglichkeiten auf, wie das Humboldt Forum weiterentwickelt werden könnte – sollte die aktuelle Bundestagspetition der Initiative erfolgreich sein. Mit ihr soll den Forderungen nach Veränderung am Erscheinungsbild und eine Offenlegung des Erhalts von Spendengeldern aus rechtslastigen und antisemitischen Kreisen politischer Nachdruck verliehen werden.
Termin: Donnerstag, 10. Oktober 2024, 19 Uhr
Ort: nGbK am Alex, Karl-Liebknecht-Str. 11/13, 10178 Berlin
Petitionsfrist: Donnerstag, 7. November 2024
Ich würde die Sache nicht zu sehr aufbauschen...
nur schlicht ein "D" gegen ein "T" austauschen,
auf dass, wenn das Haus künftig vorstellig würde,
es endlich erlöst sei, von der schweren Bürde,
zu haften für eine Vergangenheit,
deren Rekonstruktion passt nicht in diese Zeit.
Seine Hülle verlog´ner Historizität,
sei ironischer Hort wahrer Modernität,
die - begründet auf Wissen um Kunst und Kultur
aller Zeiten, weltweit - in mäandernder Spur
dem Zeitgenössischen wandle voraus,
im dekonstruierten Statt-Schloss-Haus!
Ihre Gedanken gefallen mir. Und drinnen können ein Paar Clubs einziehen. In der Ecke von Berlin könnte man dann ordentlich aufdrehen und den Stuck an den Fassaden zum Bröckeln bringen.
Das wäre performative Aneignung par excellence.