Die ganze Geschichte erzählen
Ideenaufruf zur Umgestaltung des Humboldt Forums in Berlin
Vor vier Jahren wurde das Humboldt Forum in Berlin eröffnet. Mit komfortablem Budget vom Bund ausgestattet, macht die gleichnamige Stiftung seitdem Programm im Haus, das anstelle des abgerissenen Palasts der Republik in Form des ehemaligen Preußen-Schlosses entstanden war. Die Enthnologischen Sammlungen sind aus Dahlem hierher gezogen, erst kürzlich eröffnete eine Sonderausstellung zum Palast der Republik.
Derweil reißt die Kritik an den Hintergründen der Entstehung des Humboldt Forums nicht ab. Vor drei Jahren forderten Mitglieder des Bündnisses Decolonize Berlin e.V. den Abriss der Schlossreplik, während sich der Förderverein Palast der Republik für die Rekonstruktion des Palasts einsetzt. Nun ruft eine Initiative unter dem Namen „Schlossaneignung“ zu Ideen für die künstlerische Umgestaltung des Humboldt Forums auf. Es sei an der Zeit, mit der Preußenverherrlichung zu brechen und die äußere Erscheinung des Humboldt Forums zu verändern, heißt es in ihrer Pressemitteilung.
Die 29 Initiator*innen, die den Ideenaufruf mittragen, wollen an die komplexe Geschichte des Ortes erinnern. Zu dieser gehöre inzwischen auch die Rolle rechtsradikaler Kreise bei der „originalgetreuen“ Rekonstruktion. Diese hatte Architekt und Publizist Philipp Oswalt bei seinen Recherchen zur politischen Haltung einzelner Spender herausgearbeitet. Der Vorwurf: Von einer Reihe von Spendern, die die Fassadenrekonstruktion finanzierten, sei bekannt, dass sie rechtslastige, antisemitische bis hin zu rechtsradikalen Positionen vertraten. Der Förderverein Berliner Schloss e.V. habe sich auch nach Bekanntwerden nicht von diesen Spendern distanziert.
Am Donnerstag, 13. Juni stellen Elisabeth Broermann (Architects for Future), Kristin Feireiss (Aedes), Annette Maechtel (nGbK), Anh-Linh Ngo (Arch+), Philipp Oswalt (Architekt und Publizist) und Jürgen Zimmerer (Historiker) das Projekt im Aedes Architecture Forum vor. Im Anschluss diskutieren sie mit der Kunsthistorikerin Gabi Dolff-Bonekämper sowie den Stiftungsratsmitgliedern der Stiftung Humboldt Forum Thomas Hacker (FDP) und Awet Tesfaiesus (Bündnis 90/Die Grünen). (fm)
Termin: Donnerstag, 13. Juni, 18.30 Uhr
Ort: Aedes Architekturforum Berlin, Christinenstr. 18-19, 10119 Berlin
(insofern lässt auch das Innere des M20 von HDM noch einiges hoffen).
Die Spende offenzulegen heißt in meinen Augen nicht Werbung, sondern Sichtbarmachung.
Ich würde die heutzutage so geren gezückte Nazi-Keule alleridngs steckenlassen; nicht jeder "wertkonservative" Mensch mit Vertriebenemhintergrund ist gleich ein Nazi. Auch dort gibt es genügend Menschen, die aus der Geschichte gelenrt haben. Hoffentlich.
Weiterhin ist die Kritik m.E. absolut angebracht, da der - sich blau austobende - Unmut sich gerade und im Besonderen an solchen Beispielen entzündet.
Ich kenne so viele "normale" Leute die sich fragen, wer eigentlich diese Schwachsinnreko veranlasst hat und wie viel Geld dort unsinnig versenkt wurde.
Das ich die Reko auf Berufsgründen ablehne ist logisch. Ich bin sanierender Architekt und kann mir ausrechnen, wie viel Bestand mit dem dort verausgabten Geld hätte gerettet werden können.
Eine künstlerische Aufarbeitung ist das mindeste, um den Wahn alter Größe zu karikieren und dabei ggf. noch zu zeigen, was dem erwächst.
Ach so: Bitte in Postdam gleich weitermachen, da ist es noch peinlicher. wie die ganze Stadtplanung dort.
Ansonsten bin ich ganz bei der Dame mit ihren Pauschalforderungen Deregulierung usw.
Stadt darf dabei den Investoren auf die Finger klopfen und dabei positiv mehr sagen, was Stadt will anstatt nur einzuschränken. Berlin ist bei anhaltendem Investitionsdruck in der komfortablen Lage Forderungen stellen zu können. Wenn einer nicht will macht es ein anderer.
Und Sanierung gelingt nur mit intelligenten Lösungen ohne den heutigen Technikwahn. No-Tec statt Low-tec. Es gibt mittlerweile Lösungen. Braucht man nur umsetzen. Auch wenn die Industrie wieder jammert udn die Leute ihre Füße bei Schwellen hochheben und sich an zu niedrigen Geländern festhalten müssen anstatt sich die Füße zu brechen und abzustürzen. OKOK, Rollstuhlfahrer usw. Die bekomem ich immer irgendwie hoch. Denken hilft.
Es ist immer die Frage, ob ich Lösungen finde oder Probleme.
Aber ich schweife ab.
Schloss ist peinlich. Steht nun mal da. Darf bespielt werden um es in den heutigen Kontext zu bekommen. Kunst ist dafür ein probates Mittel.
Und ganz nebenbei daran zu erinnern, was beim Krieg spielen herauskommt kann m.E. heutzutage auch nicht schaden. Mir fallen spontan ein paar Mitmenschen ein, die für die "Schadenskartierung" zwangsverpflichtet werden sollten.
Danke.
Haben die "Nicht-Gleichgültigen" dazu auch eine Idee, wie dies dargestellt werden könnte?