Bühnenraster
Pavillon von J. Mayer H. in Karlsruhe eröffnet
Vor drei Monaten wurde Richtfest gefeiert, am Samstag konnte der Holzpavillon KA300 von J. MAYER H. und Partner, Architekten im Karlsruher Schlossgarten eröffnet werden. Das luftige Rastergebilde aus weißen Holzstäben entstand als temporärer Bau für die Feierlichkeiten zum 300. Geburtstag der barocken Fächerstadt.
In einem Feier-Spektakel aus „Lichtspielen und Feuerwerken“, wie die Karlsruher Presse zuvor angekündigt hatte, erstrahlte auch die Holzkonstruktion in den Abendstunden des 20. Juni in gespentischem Weiß. Mitten in das Stab-Raster bauten die Architekten einen Saal mit Bühne ein. Der Pavillon bietet aber auch weitere Ebenen mit mehreren Plattformen für unterschiedliche Events, die den gesamten Sommer bis zum Abbau im Oktober stattfinden werden. Verschwinden wird die Holzstruktur aber nicht – sie ist für eine Wiederverwertung vorgesehen. (pg)
Fotos: Frank Dinger, Michael Kneffel, Sebastian Finckh
standard-architekturfotografie-regeln lassen sich nicht auf jedes objekt anwenden.
Den richtigen Zeitpunkt für Abendaufnahmen zu wählen gehört zu den grundlegenden Voraussetzungen solcher Aufnahmen. Dann säuft auch der Hintergrund nicht im tiefen Schwarz ab und das Foto wirkt wesentlich freundlicher.
Abgesehen von den harmlosen Detailaufnahmen der Bilder 3 und 6, zeigen die anderen Aufnahmen ein heillos überbelichtetes Gebäude und z.T. einen Hintergrund, der in der Dunkelheit absäuft. So wird das menschliche Auge das Gebäude nunmal aber nie wahrnehmen, da es sich zu schnell an verschiedene Lichtsituationen anpassen kann.
Die aktuellen Bilder des Serpentine Pavillions (Baunetz-Meldung vor ein paar Tagen) sind technisch um Längen besser fotografiert, ohne HDR-Tricksereien oder dergleichen. Dadurch bieten sie einen sehr viel besseren Eindruck wie so ein Gebäude abends wirken wird, und darauf kommt es an.
Die Fotos sind gut und zeigen das Gebilde aus den wenigen günstigen Perspektiven.
Nicht zu sehen sind die umherstehenden Pipicontainer und der zusätzlich erforderliche Container für den Kartenverkauf, die entweder nicht im Raumprogramm waren oder nicht ins Konzept gepasst haben.
Auf den (kleinen) Plattformen sieht man: Nichts.
Grundsätzlich für karlsruher Verhältnisse ein recht mutiges Konzept - ob ein so (abzusehend) kontroverses Gebäude das richtige für einen freudigen Anlass ist?
Wenn Designer Architektur machen...