Olympisches Dorf 2030
PPX Architectes planen in Saint-Jean-de-Sixt
Die Olympischen Sommerspiele sind gerade erst vorbei – zumindest gefühlt –, da werden bereits die nächsten in Frankreich angekündigt: Die Winterspiele 2030 finden in den französischen Alpen statt. Ähnlich wie in Paris 2024 sollen überwiegend bestehende Wettkampfstätten und Infrastrukturen in den Regionen Auvergne-Rhône-Alpes und Provence-Alpes-Côte d’Azur genutzt werden.
Auch bei den Athletendörfern setzt man auf das gleiche Prinzip wie in Paris: Nach den Spielen sollen die Unterkünfte dauerhaft weitergenutzt werden. Eines der insgesamt vier geplanten Dörfer soll in Saint-Jean-de-Sixt im Département Haute-Savoie im Aravis-Massivs entstehen. Die Pläne dafür stammen von PPX Architectes (Paris/Lyon) als federführendem Büro gemeinsam mit Arcane (Grenoble) und den Landschaftsarchitekt*innen von Atelier LJN (Annecy) und ADP Paysage (Clisson). Als Projektentwickler tritt Bouygues Immobilier auf. Das Projekt ging aus einem mehrstufigen Auswahlverfahren der SOLIDEO Alpes 2030 (Société de Livraison des Ouvrages Olympiques) hervor, das Ende Juli 2026 entschieden wurde.
Die rund 1.600 Einwohner*innen zählende Gemeinde Saint-Jean-de-Sixt selbst ist kein Austragungsort, liegt aber zwischen den Wintersportorten La Clusaz und Le Grand-Bornand. Während der Spiele wird der kleine Ort ordentlich Zuwachs bekommen: Am Ortseingang, auf dem Gelände eines ehemaligen Campingplatzes und Ferienzentrums, sind auf rund 14.300 Quadratmetern Geschossfläche Unterkünfte für etwa 1.000 Athlet*innen und Begleitpersonen geplant. Während in Paris mehrgeschossige Komplexe entstanden, ist der Begriff „Dorf“ hier durchaus wörtlich zu nehmen: Die Gestaltung der größtenteils dreigeschossigen Gebäude orientiert sich an traditionellen Alpendörfern.
Nach den Spielen soll aus dem Athletendorf ein neuer „Weiler“ werden, wie die Architekt*innen schreiben. Vorgesehen sind unter anderem 75 Wohnungen, verteilt auf fünf Gebäude mit jeweils 15 Einheiten. Etwa die Hälfte davon soll als sozialer Wohnraum beziehungsweise im Rahmen des französischen bail réel solidaire realisiert werden. Die restlichen Gebäude sehen eine touristische Nutzung vor: ein Ferienzentrum (das bestehende Ferienzentrum wird neu errichtet und erweitert), ein Hotel sowie eine Mehrzweckhalle, die während der Spiele als Restaurant des Athletendorfs dient.
Die Gebäude sind entlang eines Hangs angeordnet. Steinsockel, vorgefertigte Holzfassaden und mit Ziegeln eingedeckte Giebeldächer greifen typische Elemente alpiner Bauweisen auf. Tragstrukturen, Fassaden, wesentliche Infrastrukturen und öffentliche Räume sollen erhalten bleiben, wenn das Dorf nach den Spielen an die neue Nutzung angepasst wird.
Für die Planungen in Saint-Jean-de-Sixt können PPX auf ihre Erfahrungen in Paris 2024 zurückgreifen. Das Athletendorf erstreckte sich hier über drei Gemeinden, unter anderem mit Gebäuden von Brenac & Gonzalez & Associés und von CoBe. Das von PPX bearbeitete Teilprojekt umfasste dort rund 12.000 Quadratmeter. (dsm)
Die Winterspiele 2030 sind dezentral organisiert. An den einzelnen Standorten werden unterschiedliche Konzepte verfolgt. In Briançon etwa soll das Athletendorf im historischen Fort des Têtes und auf dem Gelände einer ehemaligen Fabrik entstehen. Aber auch hier ist nach den Spielen die Entwicklung eines gemischten Quartiers vorgesehen.







