Projekt Altstadt
Neue Fassadenansichten für Frankfurts Dom-Römer-Bebauung
Inzwischen ist sie für den Bauherrn nicht weniger als das „Jahrhundertprojekt Altstadt“ und „ein Stück gebauter Erinnerungskultur für Frankfurt“: Die Dom-Römer-Bebauung in Frankfurt am Main auf dem Tabula-Rasa-Grundstück des abgerissenen Technischen Rathauses hat die nächste Hürde genommen. Gestern ist der Bauantrag für das gesamte Quartier eingereicht worden. Hier werden 15 Gebäude nach historischem Vorbild rekonstruiert („schöpferische Nachbauten“) sowie zwanzig so genannte „Neubauten“ errichtet, „die typische Stilelemente der Frankfurter Altstadt aufgreifen“.
Für diese Neubauten war 2011 ein Wettbewerb durchgeführt worden (detailliertes Ergebnis in der BauNetz-Meldung vom 24. 3. 2011, Nachzügler am 21. 10. 2011). Zur Genehmigungsplanung eingereicht wurden nun überarbeitete Entwürfe, die gestern im Sonderausschuss Dom-Römer vorgestellt wurden. Wir dokumentieren die Ansichten und Perspektiven in der Bildstrecke zu dieser Meldung.
„Für den Laien sind die Weiterentwicklungen bei vielen Häusern vermutlich kaum wahrnehmbar“, meint der Geschäftsführer der DomRömer GmbH, „da sich die heutigen Fassadenansichten auf den ersten Blick nicht wesentlich von den im Architekturwettbewerb ausgezeichneten Entwürfen unterscheiden. Veränderungen gab es vor allem im Detail“. Zu solchen Details zählen etwa Fassadenoberflächen, Gestaltung des Sockels, Dachneigung oder Fensterrahmen und Fensterteilungen.
„Das verdeutlicht, wie weit fortgeschritten die Planung bereits ist. Wir sprechen heute tatsächlich schon über die Lage von Regenrinnen oder den zentimetergenauen Aufbau der Fassade, um nur zwei von hunderten Beispielen zu nennen“, erläutert der Bauherr. So haben zum Beispiel beim Haus Braubachstraße 23 altstadttypische Fenster die vormals bodentiefen französischen Fenster ersetzt. Beim Haus Markt 36 „tragen jetzt Holzelemente in den Fensterbereichen zur verstärkten Gliederung der Fassade bei. Die Proportionen der Fenster wurden optimiert. Im Erdgeschoss wurden als Reminiszenz an die Geschichte Spolien eingesetzt.“
Der Baubeginn ist für Herbst 2014 geplant.
Lasst es mit der Kunst und lernt...
Nein, dieser neue Stadtteil wird nicht in Würde altern. Niemals.
es wurde ein fachwerkdorf mit schicken villen , entweder reetgedeckt oder fachwerk oder romanisch mit säulen.... alles im jahre 2009. und das selbe jetzt in frankfurt. das ist wirklich schrecklich! sag noch mal was gegen geschmacklose neureiche bauherren
fest steht - die gesellschaft ist zum teil nachhaltig genervt von banalen und minderwertigen bauten, sucht ihr heil im domrömerareal und am dresdner neumarkt. da wird auf die miese nachkriegsarchitektur geschimpft und auf die langweiligen neubaukisten landauf-landab. aber historisierende renderings und kollhoff-mäcklerscher disneylandstyle sind genauso mies! der ganze schrott, den wir heute bauen, ist in 25-35 jahren müllreif, vielleicht auch schon vorher. je mehr "hochtechnologie" in die häuser gepackt wird, je mehr die armen hütten können müssen, desto kürzer die halbwertszeit! warum? wo mehr drin ist, kann mehr kaputtgehen! und in diesen pseudohistorischen häuschen wird mit sicherheit ein ganzer haufen dreischeiben-isolierglas, steinwolle, polystyrol, stahl und plastik stecken, von der ganzen GLT, bus-steuerung, klimatechnik und den sonstigen mikroprozessorgesteuerten gadgets mal abgesehen. das heißt? während früher gebäude aus holz, steinh, ton und glas gebaut waren und jahrhunderte überdauerten, wird man diesen plunder hier in 30 jahren neu bauen können - sicherlich zur freude der bauindustrie, aber zum leidwesen der stadt und unserer umwelt. vielleicht baut man das in 30 jahren im neobauhausstil auf oder gleich aus dem 3d-plastikplotter, wenn man gemerkt hat, dass die vorgehängten klapperfassaden schneller abfallen als befürchtet.
Es zeig sich, dass eine neue Zeit in der Architektur anbricht. Und immer, wenn was Neues beginnt, wehrt sich das Alte mit Händen und Füßen dagegen. So war das immer in der Geschichte der Menscheit und so lassen sich auch die zum Teil sehr aggessiven Kommentar der Verfechter das Alt-Architektur verstehen.