Neue Höfe, alte Bäume
Nachverdichtung in Freiburg von Dietrich Untertrifaller
Der Freiburger Stadtteil Stühlinger liegt westlich der Innenstadt und des Hauptbahnhofs. Insbesondere in Bahnhofsnähe ist er von einer dichten Bebauung mit vielen Kneipen und kleinen Läden geprägt. Noch weiter westlicher, wo unter anderem niedrige Siedlungsbauten der Nachkriegszeit zu finden sind, wird es jedoch deutlich ruhiger. DTFLR – auch bekannt als Dietrich Untertrifaller mit Büros unter anderem in Bregenz, Wien und München – haben hier das Wohnquartier Im Metzgergrün mittels mehrerer Ersatzbauten nachverdichtet. Aus einstigen Stellplätzen und Garagen wurden drei- bis viergeschossige Wohnhöfe.
Initiiert hat das Projekt die kommunale Wohnungsbaugesellschaft Freiburger Stadtbau. Bisher wurde lediglich der erste Bauabschnitt realisiert. Als Nächstes sollen Bestandsbauten abgerissen werden. Da das gesamte Areal der Stadtbau gehört, können die betroffenen Mieter*innen innerhalb des Quartiers umziehen. Hervorgegangen ist die Planung aus einem städtebaulichen Wettbewerb mit anschließender Mehrfachbeauftragung, wobei der Siegerentwurf von DTFLR in Zusammenarbeit mit Ramboll Studio Dreiseitl entstand. Das Landschaftsarchitektur-Büro aus Überlingen ist auch an der Umsetzung beteiligt.
Interessant ist der hierzulande immer noch vergleichsweise ungewöhnliche Angebotsmix des Projekts. In zwei Wohnhöfen hat man 175 Einheiten errichtet, von denen 125 gefördert und 26 frei finanziert vermietet werden. Die übrigen 24 gingen als Eigentumswohnungen auf den Markt. Insbesondere die Mietwohnungen verfügen über kompakte Grundrisse, was auf Wünsche der bestehenden Bewohnerschaft zurückgeht. Gemeinschaftsgärten und andere gemeinschaftliche Räume sorgen trotzdem für eine gewisse Großzügigkeit.
Entstanden ist eine vielfältige Bebauung, die zur Mittelachse des Areals orientiert ist. Dort soll mit der Renaturierung eines einstigen gewerblichen Bewässerungsgrabens ein ökologischer und sozialräumlicher Korridor entstehen. Fast alle Einheiten sind mit privaten Außenräumen ausgestattet. Teils ziehen sie sich auch über mehrere Etagen. Zur Straße hin und teils auch im Blockinneren sorgen Laubengangerschließungen für Belebung. Gestalterisch treffen zurückhaltende Holzfassaden auf weißen Putz und buntes Glas. Auch viele Türen und Fenster zeigen sich in leuchtenden Farben.
Zudem konnten einige große Bestandsbäume innerhalb des Areals umgezogen beziehungsweise erhalten werden, weshalb das Quartier schon jetzt einen gut eingelebten Eindruck macht. (sb)
- Fertigstellung 1. Bauabschnitt:
- August 2026
- Architektur:
- Dietrich Untertrifaller Architekten
- Landschaftsarchitektur:
- Landschaftsarchitekten Ramboll Studio Dreiseitl
- Weitere Planungsbeteiligte:
- Knippers Helbig (Tragwerksplaner), Ernst2 Architekten (Ausschreibung, Objektüberwachung), Hafner Weithas (Bauphysik), Planungsbüro Sütterlin + Partner (Elektroplanung, Heizung, Lüftung, Sanitär), Endreß Ingenieurgesellschaft (Brandschutzplaner), Polarstern Erzeugungs Gesellschaft (Solarplaner), Ingenieurgruppe Geotechnik Hintner-Renk-Scherzinger-Wunsch (Geologie)
- Bauherrschaft:
- Freiburger Stadtbau
- Fläche:
- 17.288 m² Bruttogrundfläche



