Um die Ecke gedacht
NL Architects gewinnen Wettbewerb in Hengelo
Mit einer ebenso einfachen wie genialen Idee haben NL Architects (Amsterdam) zum Jahreswechsel das Auswahlverfahren für den Neubau einer Siemens-Dependance im niederländischen Hengelo gewonnen.
Der Vorgabe des Gestaltungsplans des durch die Metallindustrie geprägten Areals Hart van Zuid folgend, sollte die Form des Neubaus aus dem „industriellen Erbe gewonnen werden: eindeutig, kraftvoll, streng und kompromisslos“. Anstatt sich nun bei der Entwurfsfindung an vorhandenen Materialien oder Typologien zu orientieren, destillierten die Wettbewerbsgewinner die markante Form der Sheddächer der Bestands-Werkhallen als prägendes Gestaltungsmerkmal: Deren Zickzacklinie „kippten“ sie kurzerhand in die Vertikale und interpretierten sie so zur Fassade des neuen Verwaltungsgebäudes um.
Die Sägezahnform der Fassade birgt neben seiner ikonenhaften Qualität noch weitere Vorteile: Durch die Auskragungen werden die hinter den Fenstern liegenden Büros wie bei einer Schirmmütze vor der einfallenden Sonne geschützt, zudem können sich die Mitarbeiter durch die schräge Neigung der Glasscheiben wie in einem Aussichtsturm fühlen. Auch der Städtebau, bei dem der schlanke Turm aus einem niedriger gehaltenen Flachbau emporwächst, unterstützt die zeichenhafte Wirkung des Gebäudes und seine Funktion als Landmarke für das Quartier.
An dem Auswahlverfahren hatten neben NL Architects auch Claus en Kaan (Amsterdam/Rotterdam) und De Zwarte Hond (Groningen/Rotterdam) teilgenommen; in der Jury saßen unter anderem Ton Schaap und Frits van Dongen.
Ob nun NL Architects eine fantastische Ecklösung gefunden haben stelle ich somit deutlich in Frage... die einzigst elegante Ecklösung ist für mich auf Bild 5 zu sehen... der Bau in rot! Und wer Lagepläne lesen kann... der sieht wer hier nachgedacht hat.... liebe Grüsse!
Als Fußgänger würde ich mich begafft und bespitzelt fühlen durch diese "Shed-Fenster", so stell ich mir den big brother vor oder eine Stasi-Zentrale. Die Sockelzone ist unproportionniert, beengend niedrig für ein Hochhaus.
Die Fassade ist übrigens nach Nordosten ausgerichtet, d.h. Sonenschutz ist eher unnötig und durch horizontale Elemente überhaupt nicht gegeben.
Müsste ich täglich den Bahnhof auf dieser Seite verlassen und auf dieses Gebäude schauen, es würde mich krank machen.
Über Geschmack braucht man nicht streiten: Der Kaiser ist nackt und das hier ist eindeutig hässlich!
Wie sehe die Fassade bei örtlichen Giebel oder Tonnendächern aus?
Im Modell sicher ganz lustig aber dieses kann man ja bei späterem Nichtgefallen schnell ins oberste Regal verschwinden lassen.