Archipunk
Jugendzentrum bei Madrid fertig
Als ebenso ungeschriebenes wie blind befolgtes Gestaltungsgesetz gilt, dass Gebäude für Kinder und Jugendliche möglichst bunt zu sein haben. Buchstäblich auf die Spitze treiben es in diesem Sinne Mi5 Arquitectos (Madrid) mit ihrer kürzlich fertig gestellten Casa de la Juventud (Jugendfreizeitheim) in Rivas-Vaciamadrid unweit der spanischen Hauptstadt.
Das in seiner rechtwinkligen Kubatur eher einfach gehaltene Gebäude rekurriert mit seinem Farbkonzept aus Pink und Orange sowie seinen prägnanten polygonalen Rahmenelementen auf die Comic-, Punk- und Graffitikultur der Jugendlichen mit ihren „Tags“. Die Vorstadtkinder wurden bereits früh in den Gestaltungsprozess eingebunden, was dem Gebäude eine größere Akzeptanz bei seiner Zielgruppe sichert.
Was auf den ersten Blick wie eine Geschmacksverirrung aus den späten siebziger Jahren anmutet, entpuppt sich von Nahem und vor allem im Inneren als differenziertes Raumgefüge mit hohem Identifikationspotenzial und Nutzungswert. Die Architekten lehnen sich bei ihrer partizipativen Vorgehensweise an den von Joseph Beuys geprägten Kunstbegriff der Sozialen Plastik an, bei dem ein Kunstwerk im weitesten Sinne durch eine Gemeinschaft von unterschiedlichen Individuen geformt wird. So erscheinen die kristallin geformten Innenräume des Zentrums als Ausdruck der jugendlichen Energie, die Verknüpfung der verschiedenen Ebenen und der für Skateboards und andere Sportarten nutzbare Dachgarten entsprechen dem Bewegungsdrang der Jugendlichen.
Fotos: Miguel de Guzmán
Ein weiteres interessantes Projekt, das im Sinne einer Sozialen Plastik entwickelt wurde, ist das „Lesezeichen Salbke“ in Magdeburg von KARO Architekten auf www.designlines.de .
weiß jemand ob das Gebäude immer zugänglich ist? Machen bald eine Exkursion nach Madrid und würden es uns gerne ansehen. Weiß da jemand was?
super teil! ach, herrlich wenn mal die meinungen so weit auseinander klaffen.
Bei der Beurteilung des Gebäudes bin ich zweitgeteilt. Nach Foto 1 bis 4 ging es mir wie den meisten Rezensenten: Ablehnung. Bild 1 dilletantisch tapezierter Baumarktklotz, Bild 2 unvereinbare Details, Bild 3 dekorierter Trash-Schuppen, Bild 4 fieses Missverhältnis aus Skulpturalität, Licht und Freiraum. Doch dann melden sich ab Bild 5 Zweifel, ob das Urteil nicht vorschnell war. Plötzlich ergeben sich virtuose atmosphärische Räume, die den Situationisten entlehnt erscheinen. Eine bewusste Zuspitzung all des Junks, der uns beim Bauen heute aufgedrückt wird: billig, hyperlackierter Neontrash - Junkspace. Vielleicht zeugen ja gerade die offensichtlich hässlichen Teile, dass wir uns aus der drögen Kluft zwischen High-End und Schwarzbrot hinausbewegen müssen. Dirty Dirt, Really Real.
1) die jugend von heute hats nicht leicht und braucht unterstützung, um nicht überall anzuecken. das mit dem anecken erledigt sich hier von selbst - jede möglichkeit, eine gerade fläche umzuwandeln, wurde hier mit 100%igem erfolg genützt.
na dann - helm und rückenschutz nicht vergessen, kinder!!!
2) orange ist ja an und für sich eine eher fröhliche farbe, aber da drin kommt mir das nackte grauen. da fällt es sicher leichter, aggressionen aufzubauen als spannungen abzubauen!!!
also kinder: am besten gehts euch, wenn ihr farbenblind seid, weil in den diversen grautönen ists sicher beruhigender als mit der überladung netzhautreizender farbzusammenstellung. oder noch besser: vielleicht blind - inkl. blindenhund natürlich, weil sonst stoßt ihr ja ununterbrochen überall an...
aber an und für sich ein gutes beispiel für "SO NICHT"!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!!