Konsequent weitergebaut
Museumserweiterung in Oulu von OPUS
Die im Westen Finnlands gelegene Stadt Oulu ist in diesem Jahr Europäische Kulturhauptstadt. Passend dazu soll am 9. Oktober 2026 das gerade fertiggestellte Museum und Wissenschaftszentrum TIIMA eröffnen. Es befindet sich auf dem Gelände einer ehemaligen Lederfabrik im Stadtteil Myllytulli, einem früheren Industriegebiet, das zum Wohnviertel transformiert wurde. Für das neue Museum planten OPUS Architecture in Zusammenarbeit mit Simon Mahringer (beide Helsinki) die Sanierung und Erweiterung des historischen Gebäudebestands. Mit ihrem Entwurf „Loggia“ hatten sie den 2022 durchgeführten Wettbewerb gewonnen.
Der 1924 nach Plänen des finnischen Architekten Birger Federley errichtete Industriebau in charakteristischer Backsteinoptik wurde bereits Ende der 1980er Jahre zur Kultureinrichtung umgenutzt. Hier siedelte sich das Wissenschaftszentrum Tietomaa an. Es ist Teil des neuen TIIMA-Komplexes, der außerdem den immersiven Erlebnisraum Visio sowie die beiden regional- und stadtgeschichtlich ausgerichteten Institutionen Oulu Museum und Kindermuseum umfasst. Zum Raumprogramm, das sich gleichermaßen über Alt- und Neubau erstreckt, gehören auch ein Restaurant, ein Shop sowie Werkstatt- und Büroräume.
Die Erweiterung besteht aus zwei in Reihe hinter dem Bestand angeordneten, quaderförmigen Volumen und einem Turm, der am Übergang zwischen den neuen Baukörpern platziert wurde. Er dient der Erschließung und bildet ein Pendant zum 45 Meter hohen Wasserturm der ehemaligen Fabrik, der bereits für das Tietomaa mittels angefügtem Glasaufzug als Aussichtsturm zugänglich gemacht wurde. Den beiden Neubauten ist auf der Westseite eine Erschließungsloggia vorgelagert, die das gesamte Ensemble räumlich zusammenbindet.
Die größtenteils geschlossenen, durch vertikale Rippen strukturierten Ziegelfassaden und die schmalen senkrechten Öffnungen der Loggia stellen einen klaren Bezug zum Erscheinungsbild des Bestands her. Auch das die Neubauten krönende horizontale Sichtbetonband lässt sich als direkte Fortschreibung des weißen Dachgesimses am historischen Gebäude lesen.
Zur Zielsetzung des Projekts gehörte nach Aussage der Planer*innen auch, neben einer umfangreichen Vergrößerung des Museums qualitätvolle öffentliche Außenräume zu schaffen, um den Komplex in das umgebende Wohnviertel einzubinden. Im Entwurf seien vorhandene Wegeführungen berücksichtigt worden. Die leicht versetzte, lineare Anordnung der Baukörper soll Raum für Platzsituationen ebenso wie für Parkplätze schaffen. Dort, wo der Erweiterungsbau auf das alte Kraftwerk trifft, öffnet sich ein größerer Hauptplatz, der auf drei Seiten vom Gebäudeensemble gerahmt wird. (da)
- Fertigstellung:
- 2026
- Architektur:
- OPUS Architecture & Simon Mahringer
- Projektleitung (OPUS):
- Tuomas Martinsaari
- Projektteam (OPUS):
- Benjamin Schulman, Hannes Teräsvuori, Jere Pääkkönen, Vepe Erikkilä, Matias Kotilainen, Paul Thynell, Valtteri Hautsalo
- Bauherrschaft:
- Stadt Oulu
- Fläche:
- 9.540 m² Bruttogrundfläche