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13.01.2026

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Holz-Origami im Klettgau

Mehrzweckhalle von D’Aloisio Architekten


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Ecken und Kanten hat dieser Bau im äußersten Süden von Baden-Württemberg im Überfluss. D’Aloisio Architekten (Konstanz) stellten hier im vergangenen Sommer die Klettgau-Halle fertig. Mit seinem großen Dach soll der polygonale Baukörper den Charakter lokaler Scheunen aufgreifen. Wichtiger als formalästhetische Kategorien scheint aber die Funktion, die Nachbarschaften der Gegend zusammenzubringen.

Der Holzbau am Rand des Dorfes Geißlingen dient dem 900-Seelen-Ort und der umliegenden Gemeinde Klettgau, die 2019 einen Wettbewerb ausgeschrieben hatte, als neue Mehrzweckhalle. In der Regionalpresse wurde das Projekt aufmerksam verfolgt, unter anderem wegen der beachtlichen Investitionskosten von rund 7,5 Millionen Euro. Kritiker*innen sahen Einsparpotential bei Größe und Komplexität der Halle.

Laut Gemeinde sei der Bau auf den Bedarf der kommenden 80 Jahre gerechnet und biete Raum für allerhand Veranstaltungsarten. Die beiden Säle samt Bühne sowie das Foyer lassen sich durch Faltwände zu einem dreiseitig belichteten Raumgefüge zusammenschalten. So sind bis zu 800 Stehplätze möglich. Im hinteren Bereich gibt es zudem Räume, die von den Geißlinger Landfrauen, dem Männergesangverein, dem Kirchenchor und auch vom benachbarten Fußballclub genutzt werden können.

Fällt bereits die wuchtig aufragende Eingangsfassade durch ihre vielen Flächen und Fugen auf, hat man es innen beinahe mit einer Origami-Orgie zu tun. Um die komplexe Geometrie in den Griff zu bekommen, ließen die Architekt*innen zwischen die Brettschichtholz-Tragwerk vorgefertigte Sandwichelemente installieren. Den von zahllosen Dreiecken geprägten, inneren Raumabschluss bilden akustisch wirksame Vorsatzschalen. Bis auf die Bodenplatte besteht die gesamte Konstruktion aus Holz. 

Das voluminöse Dach schafft nicht nur lichte Raumhöhen bis zu mehr als sieben Metern, sondern nimmt über den Umkleiden auch die Lüftungszentrale auf. So konnte man auf einen Keller verzichten. Außen verstehen die Architekt*innen das Dach als fünfte Fassade, weshalb es vollflächig mit aufgeständerten Lärchenholzleisten verschalt ist. Als wasserführende Schicht dient eine darunter liegende Metallfläche. (mh)

Fotos: Roland Halbe


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Kommentare
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1

Arcseyler | 13.01.2026 17:49 Uhr

.de

Zum Problem der Astronomie mit der offenen Unendlichkeit: Das subjektive Deckenzelt hier ist mehr Ganzheit, als sämtliche Hubble und Webbteleskopen jemals entdecken können. Weil Subjekt und Unendlichkeit sind beide singulär und alle Galaxiennebel nur dazwischen. Dieser moderne Entwurf des Kontinuierlichen Raums lässt unsere Wissenschaftsblase weit hinter sich, bringt sie zum platzen.

 
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