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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Mehrgenerationenhaus_in_Wien-Aspern_von_trans_city_und_einszueins_Architektur_7138067.html

06.03.2020

Zusammen weniger allein

Mehrgenerationenhaus in Wien-Aspern von trans_city und einszueins Architektur


Die Frage "Wie wohnen im Alter?" wird in unserer zunehmend individualisierten Gesellschaft immer wichtiger. Vor diesem Hintergrund haben sich die Wiener Büros von trans_city| Christian Aulinger, Mark Gilbert in Zusammenarbeit mit einzueins Architektur zum Ziel gesetzt, unterschiedlichen Bedürfnissen und Lebensformen Platz zu bieten und Orte zu schaffen, die Menschen verbinden sollen. Ihr Projekt zwei+plus mit insgesamt 140 geförderten Wohnungen ging als Sieger aus einem 2014 ausgelobten Bauträgerwettbewerb hervor. Es bietet von seiner architektonischen Gestaltung her die Möglichkeit, generationenübergreifende Beziehungen zu leben und neue soziale Netzwerke aufzubauen.

"Verwandte" unterschiedlicher Generationen bekommen bei zwei+plus die Möglichkeit, in räumlicher Nähe individuell zu wohnen. Die Verwandschaft kann eine Familien- aber auch eine Wahlverwandschaft sein, wie die Architekten betonen. Wohnungen werden jeweils paarweise vergeben. Diesen "Tandem-Haushalten" erlauben verschiedene Grundrisstypen dann zwei Formen von Wohnpartnerschaften. Entweder funktioniert jede Wohneinheit für sich allein und die Bewohner profitieren von der direkten Nachbarschaft im Haus beziehungsweise in der Wohnanlage. Oder aber die Einheiten teilen sich sogar einen Wohn- und Gemeinschaftsbereich - dies ist allerdings nur bei sechs größeren Wohnungen der Fall. So oder so: Die Tandems leben so nah beieinander, dass sie einander unterstützen können, und zugleich so weit von einander getrennt, dass ein gewünschtes Maß an Privatheit gewahrt bleibt.

Die vier L-förmigen Baukörper liegen im so genannten Norwegerviertel von Aspern und bilden eine Abfolge grüner Innenhöfe aus, in denen sich Bewohner begegnen und austauschen können. Die gesamte Anlage ist so konzipiert, dass sie laut Architekten die Gemeinschaftsbildung unterstützt. So sind im Erdgeschoss ein Gemeinschaftscafe, ein Kinderspielraum, ein eigener Kindergarten und ein Waschsalon untergebracht. Der Kindergarten bietet als Besonderheit an, dass sich Hausbewohner*innen an der Kinderbetreuung beteiligen können. Auch das Erschließungssystem der Wohnungen soll die Interaktion der Bewohnerschaft fördern: Die Wohnungen haben am Eingang vorgelagerte halbprivate Bereiche, in denen Gespräche unter Nachbarn stattfinden können. Das fühlt sich im besten Fall „wie am eigenen Gartenzaun“ an. (tl)

Fotos: Hertha Hurnaus & Leonhard Hilzensauer


Zum Thema:

Mehr zur regen Bautätigkeit in der Seestadt Aspern, einem Teil der Wiener Donaustadt, in den Meldungen zum Holzhochhaus von Rüdiger Lainer und ein Terrassenhaus von Martin Mostböck und Pesendorfer & Machalek Architekten.


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Aspern liegt schon eher am Rande von Wien.

Aspern liegt schon eher am Rande von Wien.

Die vier L-förmigen Gebäude sind darauf angelegt, dass sich die Bewohner treffen und austauschen können.

Die vier L-förmigen Gebäude sind darauf angelegt, dass sich die Bewohner treffen und austauschen können.

Begrünte Begegnungszonen finden sich in den Innenhöfen.

Begrünte Begegnungszonen finden sich in den Innenhöfen.

Auch ein Gemeinschaftscafe steht den Anwohnern zur Verfügung.

Auch ein Gemeinschaftscafe steht den Anwohnern zur Verfügung.

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