Die Schokolade feiern
Markengebäude von Christ & Gantenbein am Zürichsee
Der Hauptsitz des 1845 gegründeten Schweizer Schokoladenherstellers Lindt & Sprüngli in Kilchberg am Zürichseee umfasst eine Fabrik, Lagerhallen, ein Bürogebäude und seit kurzem nun auch ein Eingangsbauwerk – das Lindt Home of Chocolate. Der Neubau entstand im Auftrag der Lindt Chocolate Competence Foundation nach Plänen von Christ & Gantenbein. Am 13. September wurde er eröffnet.
Das Haus mit seinen 21.540 Quadratmetern BGF soll mehr als ein Museum sein. Neben einer 1.500 Quadratmeter großen, von Atelier Brückner (Stuttgart) gestalteten Ausstellung über Geschichte und Produktion der Schokolade umfasst das Gebäude Forschungs- und Entwicklungsräume, eine Produktionsanlage, einen Laden, ein Café und Büros.
Dass die Architekt*innen die historischen Bauten Kilchbergs um einen zeitgenössischen Gegenpol erweitern wollten, sieht man auf den ersten Blick nicht unbedingt. Denn die rote Ziegelfassade und die davorgestellte, mit weiß glasierten Steinen verkleidete Scheibe zum Vorplatz erinnern eher an die 1970er Jahre – oder auch an die Verpackungen der Firma, die sich seit Jahren nur minimal ändern. Auch die goldenen Buchstaben des Unternehmensnamens über dem Eingang stehen für Tradition.
Welch ein Kontrast im Inneren! Hier empfängt ein 64 Meter langes, 15 Meter hohes und 13 Meter breites Atrium in industrieller Sichtbetonoptik die Besucher*innen. Durch trichterartige Oberlichter gelangt Licht in das Atrium, dessen ausladende Balkone und großzügige Wendeltreppen beeindrucken. Die Konstruktion wurde vom Churer Büro Conzett Bronzini Partner als Ortbeton-Skelettstruktur konzipiert. In den Kernen der massiven Stützen liegen zum Teil Fahrstühle. Auf ganz andere Art spektakulär zeigt sich das Gebäude auch mit seinem neun Meter hohen, goldenen Schokoladenbrunnen in der Mitte des Atriums.
Die Ausstellung führt die Besucher*innen durch 200 Jahre Schweizer Schokoladengeschichte, lässt sie auf eine Kakaoplantage in Ghana reisen, stellt Pioniere der Schokoladenproduktion vor und erklärt das Conchierverfahren, das 1879 durch Rudolf Lindt entscheidend verbessert wurde. Das war die technische Grundlage für die heutige Art von zartschmelzender Schokolade. Am Ende der Ausstellung, so verraten Atelier Brückner, rollt eine süße Überraschung durch eine Murmelbahn, bevor sie einem in die Hände fällt. So gesehen dürfte das selbst gesteckte Ziel, eines der am meist besuchten Gebäude der Schweiz zu werden, durchaus gelingen. (fm)
Fotos: Walter Mair, Michael Reiner
...die schokoladenregierung. paul löbe haus in zweiter reihe. hier aber ganz anders: was verbirgt sich hinter der verpackung? lindt ist ja einer der ganz großen verpackungskünstler. nachhaltigkeit hat diesen ort noch nicht erreicht, außen der bewährte lindt-trick: verpackungsglanz fein heimelig, das geheimnis umwickkelt, dann innen den süßen klumpen - oder hier der schlaraffenbrunnen - von außen: kein blassen schimmer von der füllung... drinnen, zum brunnen das nächste geheimnis: kommt schokoladencreme etwa aus den wolken? der rührbesen schwebt, fast so kuntsvoll wie michelangelos erschaffung adams... doch hier tropft die schoko, der funken direkt in den pot of gold... schokoallmachtsfantasien haben hier ein zuhause gefunden, das schokoosterhasenimperium badet hier im eigenen saft, der in groß gemacht. faszinierend! ehrlicher gehts nicht!
...schulferien schon vorbei?
Ein UBoot aus der Schockolade auftauchend mit Schockolade überzogen. Was erotisches. Einziges Verbrechen ist die Langeweile.