Wie kool darf’s denn sein?
MVRDV planen Stadtquartier in Kiel
Das Rotterdamer Büro MVRDV bedient sich mitunter einer Form- und Farbvielfalt, die den klassisch trainierten Architektenblick auf die Probe stellt. Die populäre Rezeption seiner Bauten hingegen fällt jedoch zumeist intuitiv positiv aus. Für ein Projekt, mit dem sie in Kiel im November 2018 einen Wettbewerb gewannen, wollen die Architekten den Nutzer*innen nun sogar die Gestaltung überlassen – zumindest innerhalb eines gewissen Rahmens. Klingt nach einer recht coolen Einstellung und heißt auch so: Das Stadtquartier, das am südlichsten Ausläufer der Kieler Förde entstehen soll, trägt den Namen KoolKiel.
Auf dem 4600 Quadratmeter großen Gelände, das die Projektgesellschaft Kap Horn mit einem 65.000 Quadratmeter umfassenden Mischnutzungskomplex bebauen will, befindet sich eine prominente Kieler Produktionsstätte: In dem ehemaligen Schiffskettenlager an der Werftbahnstraße saß in den 1980er Jahren der Semmel-Verlach, der mit Brösel’s Werner-Comics Kultstatus erlangte. Heute wird der unter dem Namen „W8“ bekannte Flachbau von rund 120 Mitarbeiter*innen der Kreativbranche genutzt. MVRDVs Vorschlag sieht den Erhalt von Bestand und Studios vor und verdichtet mit Aufbauten, die auch Wohnen ermöglichen.
Auf der großen Freifläche planen die Rotterdamer einen Neubau, dessen zickzackförmiges Sockelgeschoss kommerzielle und gewerbliche Nutzung zulässt. Drei darauf ruhende, kubische Volumen sollen dem Wohnen gewidmet werden, die Dachflächen dazwischen werden zu Gärten. Zwei turmartige Gebilde komplettieren das Ensemble – der kleinere enthält weiteren Raum für Büros, den größeren soll perspektivisch ein 250-Zimmer-Hotel beziehen. Gebilde – das trifft es ganz gut: Die gelieferten Visualisierungen zeigen nur eine Variante davon, wie „kool“ Kiel letzten Endes aussehen könnte. Aus einem Bausatz sollen die jetzigen und zukünftigen Nutzer*innen ihr favorisiertes Design selbst zusammenstellen können. Dasselbe gilt auch für Anzahl und Motive der Piktogramm-Fassadenpanele aus fiberverstärktem Beton.
Kürzlich sprach sich auch der Kieler Bauausschuss für das Projekt aus. Die Projektgesellschaft Kap Horn, die mit Züblin Projektentwicklung aus Stuttgart zusammen arbeitet, rechnet mit Baukosten von mindestens 150 Millionen Euro und hofft, dass der Bebauungsplan Ende 2020 beschlossen ist. (kms)
Viel geschrieben, aber keinen Inhalt geliefert. Dazu eine Menge pauschaler Aussagen, die stimmen könnten, oder eben nicht. Typisch für unser postfaktisches Zeitalter.
Wer am lautesten ist, hat eben recht. So wie Herr Trump.
Über die spezifischen Inhalte des Projektes wird gar nicht gesprochen. Ebenso wenig darüber, dass es einige Jahrzehnte gab, in der nur wenige Stadtbewohner in den Kernstädten wohnen wollten.
Wer Kiel kennt, gerade dieses Grundstück zwischen der ehemaligen Kernstadt (Kiel wurde zu 90 % zerstört) und dem Stadtteil Gaarden, kann die Potenziale des Projektes erkennen.
Des Weiteren möchte ich darauf hinweisen, dass es sich um einen Wettbewerb handelt. Die Architektur wird in den nächsten Schritten heraus gearbeitet.
"Wohnen wollte ich in so einem Viertel ganz sicher nicht, wem es aber gefällt, bitte!"
Müssen Sie auch nicht. Völlig egal, die Nachfrage wird groß sein. Nicht jeder möchte in einem heruntergekommen Altbau u. a. in Gaarden wohnen.
Sie schreiben:
"(...) ast um renovierte Altbauten aus der Zeit vor der sogenannten Moderne und alles was danach kam schlagen, (...)"
Da frage ich mich wieso u. a. Hansaviertel, Karl-Marx-Allee usw. so beliebt sind!? Auch diese Prokejte wurden u. a. von solchen Menschen wie ihnen (vllt. auch zu recht!) kritisiert.
Was könnte man daraus lernen?!
Mir würde nicht im Traum einfallen, irgend jemand den Gebrauch von welchen Substanzen auch immer vorzuwerfen, darf aber bei dieser Gelegenheit daran erinnern, dass einige der wertvollsten und herausragendsten Werke der Kunstgeschichte sicher im Zusammenhang mit genau diesen Substanzen stehen. Das aber nur am Rande. Fakt ist, dass die Menschen sich doch im wahrsten Sinne des Wortes fast um renovierte Altbauten aus der Zeit vor der sogenannten Moderne und alles was danach kam schlagen, um dort zu wohnen und dass man sich in dieser Architektur und dem umgebenen Städtebau wohlfühlt, da will man hin, da fühlt man sich zu hause. Diese Tetris Klötze sind völlig seelenlos, das hat auch nichts mit Fantasie zu tun und schon gar nichts mit guter Handwerkskunst.
Der Aufruf, die nicht genehmen Meinungen anderer sollten besser nicht veröffentlicht werden mag ja in die Zeit von politischer Korrektheit passen, macht aber ein Gebäude nicht besser und ist in meinen Augen nur ein Ausdruck von spießiger Intoleranz welche immer mehr genau bei denen zu finden ist die angeblich so tolerant und cosmopolit sind!
Wohnen wollte ich in so einem Viertel ganz sicher nicht, wem es aber gefällt, bitte!
Solche unqualifizierten und dummen "Kommentare", ja böswilligen Unterstellungen sind mies und zeigen nur davon, dass der Schreiber nicht in der Lage ist sich mit dem Inhalt des Entwurfes zu beschäftigen.
Architektur ist eben nicht Netflix, Amazon, Facebook, Starbucks und iPhone! Architektur ist keine Einbahnstraße des Konsums!