Mactan ganz in Holz
Flughafenterminal auf den Philippinen
Ursprünglich sollte das Terminal 2 des zweitgrößten Flughafens der Philippinen auf der Insel Mactan ein Stahlbau werden. Doch dann entschieden die Planer vom Büro IDA – Integrated Design Association (Hongkong), für Empfang und Abschied der Passagiere in einer resortähnlichen Atmosphäre zu erzeugen. In den Baumaterialien sollte sich die „Freundlichkeit, Offenheit und Warmherzigkeit der Kultur der Philippinen“ widerspiegeln. Die Wahl fiel aus gestalterischen, ökologischen und traditionellen Gründen auf Holz. So weit die Entstehungsgeschichte.
In ganz Asien gibt es derzeit kein weiteres Flughafengebäude, dessen Tragwerk und Dachstruktur komplett aus Holz gefertigt wurde. Mit dieser Einordnung wirbt Rubner Holzbau auf seiner Webseite. Das Unternehmen mit Hauptsitz im österreichischen Ober-Grafendorf hat das Gebäude im Auftrag der GMR Megawide Cebu Airport Corp (GMCAC) produziert und montiert. Das neue Terminal umfasst eine Fläche von 65.000 Quadratmeter und ist das Gateway zu den touristisch und wirtschaftlich aufblühenden Inseln im Süden des Landes. Im Sommer 2018 wurde er in Betrieb genommen.
Der dreigeschossige Bau besteht aus einer dreischiffigen Eingangshalle mit den Check-in-Countern und den Flughafen-üblichen Servicebereichen. Seitlich schließen jeweils weitere Gebäudeflügel an – das wellenförmige Dach steht als Symbol für die Brandung an Mactans Küsten. 4.500 Kubikmeter Brettschichtholz wurden für die 15 Meter hohe, wellenförmige Tonnendach-Tragstruktur mit einer Spannweite von 30 Meter verarbeitet. Die dazu notwendigen 23 Meter langen Bogenbinder-Hälften wurden von Rubner Holzbau in Ober-Grafendorf vorgefertigt, über den Rhein-Main-Donau-Kanal und Antwerpen auf die Philippinen verschifft und in Lapu-Lapu City auf der Insel Mactan in nur drei Monaten montiert. Gebaut hat man übrigens nicht nach asiatischen, sondern nach europäischen Normen, die weltweit zu den strengsten zählen. (fm)
Mehr zum aktuellen Stand im Holzbau in der BAUNETZWOCHE#531 „Holz im Loop“.
wirkt doch schön. Sehr größzügig und dabei nicht kühl. Das Holzgewölbe schafft fast ein Gefühl der Geborgenheit.
Doch die Wahl des Baustoffs auf die Nachhaltigkeit zurückzuführen, scheint hier tatsächlich prüfenswert.
Gestalterisch?
Im Ansatz eine gute Idee. Wie mein Vorredner schon sagte hier in der Umsetzung leider eher in die Richtung Baumarkt. Schade.
Ökologisch?
Transport um den halben Erdball? Ist das noch ökologisch? Gab es tatsächlich keine anderen Möglichkeiten?
Traditionell?
Geplant in Hongkong. Gefertigt nach europäischen Normen in Österreich. Hoffentlich waren wenigstens die Arbeiter vor Ort philippinisch...
MfG,
der dude