Freiheit für Warschau
Libeskind legt Grundstein in Polen
Warschaus Zentrum ist nicht gerade das, was man eine hübsche Innenstadt nennt. Vielmehr besteht die Gegend um den monumentalen, im stalinistischen Stil errichteten Kulturpalast aus einem Wirrwarr aus Einkaufszentren, wenigen übrig gebliebenen Altbauten, Büro- und Hoteltürmen und alles durchschneidende Verkehrsachsen.
Das möchte die Stadtverwaltung nun ändern, indem um den Kulturpalast ein Zentrum aus Hochhäusern entstehen soll, in deren Sockelbauten Geschäfte und Dienstleistungseinrichtungen geplant sind, die dem Zentrum zu einem abwechslungsreichen Innenstadtleben verhelfen sollen.
Einen Teil zu dieser Entwicklung soll der 192 Meter hohe Wohnturm, geplant von Daniel Libeskind beitragen, zu dem am 26. September 2008 der Grundstein gelegt wird.
Beinhalten wird das 54-geschossige, unter dem Namen Zlota 44 vermarktete Projekt 251 Luxusappartements zum Quadratmeterpreis von 8.400 Euro. Der Name ist Programm, denn Ulica Zlota bedeutet soviel wie „Goldene Straße“.
Daniel Libeskind, selbst 1946 in Polen geboren, beschreibt seinen Entwurf so: „Als jemand, der die polnische Kultur genau kennt und in Polen in der Zeit zwischen den Zerstörungen der Nazis und den Repressalien der Russen gelebt hat, repräsentiert dieses Gebäude für mich den Richtungswechsel Polens in östlicher wie auch westlicher Richtung. Es ist die Antwort auf die Zerstörung Warschaus und auf die Nachkriegsrekonstruktion der Russen.
Früher lastete der Schatten des Kommunismus, versinnbildlicht durch den Schatten des Kulturpalasts, auf der Stadt. Aber Warschau ist nicht mehr in Schatten versunken. Jetzt klettert es nach oben, zum Licht und zur Freiheit. Das Hochhaus erzählt mit seiner Spitze, die an einen Flügel erinnern soll, vom Wiederaufleben Polens und dem Wiedererlangen seiner Freiheit“
Am Potsdamer Platz ist es aber durch klare Traufhöhen gelungen eine Platzfigur zu schaffen, die für Berlin eine Identität hergibt. Irgendwelche HH-Strohalme (auch wie in München) wirken nunmal immer etwas New-York-nachahmend, also billig. Am Potsdamer Platz in Verbindung mit dem Leipziger Platz hat das ganze einen Sinn und Charakter.
P.S. Warum Neid auf Warschau? Ist doch schön wenn da was passiert. Aber drei Baustellen haben nicht gleich was mit Boom zu tun (gilt auch für andere Städte).
Und "Chicago für arme" hat Kolhoff am Potsdamer Platz geschaffen...mit all seinen pseudo art deco Krüppeln.