Rettung rund um die Uhr
Leitstelle in Bad Oldesloe von Trapez Architektur
Seit Juli 2025 ist im Gewerbegebiet Teichkoppel in Bad Oldesloe zwischen Hamburg und Lübeck eine neue regionale Einsatzzentrale für Rettungsdienst und Feuerwehr in Betrieb. Von hier aus koordinieren die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter rund um die Uhr an sieben Tagen der Woche die Einsätze von Rettungsdienst und Freiwilliger Feuerwehr für die Kreise Stormarn, Herzogtum Lauenburg und Ostholstein. Zuvor war die Einrichtung in Räumen der Kreisverwaltung in Bad Oldesloe untergebracht, bis diese den Anforderungen nicht mehr entsprachen. Mit dem Neubau von Trapez Architektur (Hamburg) sollen die Arbeitsprozesse von Rettungsdienst und Feuerwehr sowohl effizienter als auch schneller werden.
Die Organisation des Gebäudes basiert auf einer Nutzerbeteiligung, bei der Arbeitsabläufe, Funktionsbeziehungen und räumliche Anforderungen analysiert wurden. Daraus entwickelte sich eine L-förmige Gebäudestruktur, die auf 3.500 Quadratmetern die unterschiedlichen Verwendungszwecke klar voneinander trennt. Ein Flügel beherbergt die taktischen und operativen Bereiche, darunter Notrufannahme und Lagezentren, während im zweiten Flügel Verwaltungsräume untergebracht sind. Zwischen beiden Bereichen liegt eine Kommunikationszone, die als räumlicher Übergang zwischen konzentrierten und administrativen Arbeitsprozessen dient und den gemeinsamen Austausch unterstützt. Der Zugang erfolgt über einen begrünten Innenhof, der von den beiden Gebäudeflügeln gefasst wird.
Das Gebäude wurde in einer Stahlbetonskelettkonstruktion errichtet, die mit Bimsstein ausgemauert und von außen mit hellem Ziegelmauerwerk verkleidet ist. Das teilweise verglaste Dach besteht strukturell aus einem Holztragwerk. Zusätzlich sorgt ein Fensterband für helle Arbeitsbereiche. Die Nordausrichtung aller Glasflächen schafft blendfreie Bedingungen. Im Innenraum prägen akustisch optimierte Oberflächen beispielsweise aus Holzlamellen die Atmosphäre. Für die angestrebte DGNB-Gold-Zertifizierung wurde auf Energieeffizienz geachtet: Die Temperierung erfolgt überwiegend über Erdwärme, ergänzt durch eine Photovoltaikanlage auf dem Dach, die Abwärme der Serverräume wird intern genutzt, und Regenwasserzisternen versorgen die Außenanlagen.
Die Baukosten belaufen sich auf rund 18 Millionen Euro. Finanziert wurde das Projekt von den drei beteiligten Landkreisen sowie den Krankenkassen. Da die Leitstelle Teil der kritischen Infrastruktur der öffentlichen Sicherheit ist, mussten im Planungsprozess besondere Maßnahmen zum Schutz vor Vandalismus und Sabotage berücksichtigt werden; aus diesem Grund steht auch kein reguläres Planmaterial zur Verfügung. (iok)
- Fertigstellung:
- 2025
- Architektur:
- Trapez Architektur
- Projektleitung / - bearbeitung:
- Johannes Holz, Jeremy Fields, Kerstin Junge (stv.) / Inga Loudovici, Anna-Louisa Hamann
- Fachplaner:
- Tragwerk: Schreyer Svenson PartG mbB; Technische Gebäude Ausrüstung: G-TEC Ingenieure (Siegen); Lichtplanung: Peter Andres (Hamburg); Energieberatung: MNP Ingenieure (Lübeck); Freiraumplanung: tBL Landschaftsarchitekten (Lübeck)
- Auftraggeber:
- Kreis Stormarn
- Fläche:
- 3.456 m² Bruttogrundfläche
- Baukosten:
- 18.000.000 € KG 300 + 400
In Berlin hat Trapez Architektur eine Leitzentrale für die BVG umgesetzt.