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15.01.2024

Gemeinschaft unter Bögen

Kulturzentrum in Jalpa de Méndez von CCA


Jalpa de Méndez liegt in der mexikanischen Provinz Tabasco, die zur Chontal-Maya Region zählt. Die erste Siedlungsstruktur dort geht auf die Maya zurück. An diesem historisch besonderen Ort hat das Büro CCA Centro de Colaboración Arquitectónica (Mexiko-Stadt) 2022 ein Gemeinschaftszentrum fertiggestellt.

Das Centro de Desarrollo Comunitario „La Guadalupe“ ist Teil eines Programms des SEDATU (Secretaría de Desarrollo Agrario, Territorial y Urbano – Sekretariat für Argrar- Umwelt- und Stadtentwicklung) der Stadtverwaltung zur Verbesserung der urbanen Lebensqualität in Jalpa de Méndez. Im Rahmen dessen wurden drei öffentliche Orte transformiert, darunter ein Sportzentrum, ein Park und ein Zentrum zur Förderung gemeinwohlorientierter Angebote. Letzteres soll Räume der Bildung und Kultur für die städtische Bevölkerung bieten. Dafür sind auf 1.240 Quadratmetern eine Bibliothek, ein Auditorium und Multifunktionsräume mit Verwaltungsflächen entstanden.

CCA bezeichnen die architektonische Struktur als „bewohnbare Skulptur“. Prägend für die skulpturale Anmutung sind insbesondere acht Rundbögen aus Beton, die zwei rechteckige Volumen miteinander verbinden. In ihren Zwischenräumen entstand ein teilweise begrünter Innenhof. Doch fungieren die Bögen nicht nur als Gestaltungselemente. Auch für die Luftzirkulation und die Verschattung der Innenräume sind sie relevant.

Die Bibliothek ist durch einen zentralen Patio strukturiert. Im ersten Stock gliedern sich um diesen herum offene Freihandbestände. Eine innenliegende Brücke zur Glasfront verbindet die beiden Bereiche miteinander. Auch das gegenüberliegende Gebäude ist mittels einer Brücke erschlossen, hier im Außenbereich. Sie führt im oberen Teil durch die Betonbögen hindurch bis ins Auditorium und ermöglicht den direkten Zugang zu den Räumen im Obergeschoss über eine Treppe im Innenhof.

Formgebend für die skulpturale Erscheinung sind neben den Bögen auch die nach außen abgerundeten Ecken des Auditoriums, das sich so optisch von den klaren Kanten beider Hauptvolumen abgrenzt. Im Zusammenspiel wirkt der Komplex, der sich nach außen mit fensterloser Betonfassade verschlossen präsentiert, beinahe wie ein Monument. Im Inneren entsteht jedoch durch die Glasfassaden und die Bogenstruktur ein offener, kommunikativer Raum. Mit den Bögen und der Formsprache griffen CCA Elemente traditioneller mexikanischer Architektur auf, die sie in Verbindung mit Glas und rötlichem Beton in einer modernen Materialität interpretierten.

Text: Isabel Herrle
Fotos: Jaime Navarro


Zum Thema:

Mehr zu freier Lüftung und farbigem Beton bei Baunetz Wissen.


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