Libeskind schaltet sich ein
Kritik an Berliner Baupolitik
Daniel Libeskind äußert sich wieder einmal zum Baugeschehen. Diesmal nimmt er die nur schleppend laufende Debatte um das in Berlin geplante Museum der Moderne von Herzog & de Meuron zum Anlass. In einem Gespräch mit dem „Focus“ bezeichnete er den Wettbewerb als „dubios“. „Das sind gute Architekten, aber dieser Entwurf ist anachronistisch“, sagte der 71-Jährige, um dann zu einer generellen Kritik an der Berliner Baupolitik auszuholen.
In Berlin gebe es bereits „genug mediokre Architektur“. Es fehle an Dichte, an Hochhäusern, es fehle der öffentliche Diskurs, den es für exzellente Kulturbauten brauche. Und es mangele an Ehrgeiz beim Thema Bauen. Das liege sowohl an der Selbstzufriedenheit der Regierenden wie auch an jener der Architekten. Libeskind hat von 1989 bis 2003 in Berlin gelebt und unterhält aktuell Büros in New York und Zürich. Ende 2016 wurde das von ihm geplante Wohnhaus Sapphire in Berlin-Mitte fertig gestellt. Immer wieder veröffentlichen deutschsprachige Medien seine Kommentare zu aktuellen Fragen der Architektur.
Kritik am Wettbewerbergebnis übt auch eine Petition, die Mitte April von Kristin Feireiss vom Aedes Architekturforum unter dem Hashtag #forumskultur:kulturforum auf change.org veröffentlicht wurde. Ihr Ziel ist es, „die öffentliche Diskussion zu Zukunft und Gestaltung dieses zentralen Ortes in Berlin anzustoßen und die Dimensionen des Siegerentwurfs für die Öffentlichkeit vor Ort anschaulich zu machen“. Sie richtet sich an die Stiftung Preußischer Kulturbesitz, an Senatsbaudirektorin Regula Lüscher und an Kulturstaatsministerin Monika Grütters und fordert unter anderem eine transparente Finanzplanung für die verwendeten Steuermittel. Die aktuell vorliegende Planung sei für die veranschlagten 200 Millionen Euro auch laut Aussage des Juryvorsitzenden Arno Lederer und nach Meinung von Finanzexperten nicht zu verwirklichen. 759 Personen sind dem Aufruf bisher gefolgt, noch bis 1. Juni kann unterschrieben werden, danach gehen die Unterschriften gesammelt an die Entscheidungträger. (fm)
Statt transluzenter LKW-Plane "Filtermauerwerk"?
Eigentlich gut, dass zwischen Mies und Scharoun bisher viel Fläche war... Ein schöner Park würde es doch auch tun, oder?
Das neue Motto bei Wettbewerben sollte heißen:
"Wer was wagt, der nicht's gewinnt!"
Aber im Ernst: Könnte so ein Entwurf auch ohne oppulente Augenwischerei (Visualisierungen) im Wettbewerb bestehen?
Wenigstens wird's toll (teuer) gemacht sein - das können die Schweizer! (wenn man Sie lässt...)
( Phase 1 und 2 ) abstimmen lassen ?
Scharouns Konzept der Landschaft ist in dieser Art Wettbewerb nicht Rechnung getragen, wenngleich für den Wettbewerb das Ergebnis genial ist.
Daniel Libeskind trifft die entkultivierte Lage auf den Punkt, da er von einer bürgerlich(-jüdisch)en Kultur zur Stadtgestalt sowie zum Städtebau ausgeht, die Patriarchen der Nachkriegsgeneration par coeur lebten. Stile, Moden, Geschmäcker sind dabei weniger relevant, als Wagnisse,
in dieser Tradition steht Scharoun als auch Libeskind nebst Herzog De Meuron – es ist ein desolater Wettbewerb.
Ein Masterplankonzept "Kulturforum" muss zunächst her.
Ohne Moden: Räume und Visionen für den Ort – für die Zukunft gedacht und gelebt in der Gegenwart.