Forumskultur in Berlin?
Petition zur öffentlichen Diskussion des Kulturforums
Auf den Tag ein Jahr ist es jetzt her, dass die Stiftung Preußischer Kulturbesitz den Realisierungswettbewerb zum Neubau am Berliner Kulturforum auslobte. Der Gewinnerentwurf von Herzog & de Meuron erhitzte dann im vergangenen Oktober die Gemüter. Seitdem jedoch ist es recht ruhig geworden um das M20, dem geplanten Museum des 20. Jahrhunderts. Eine Petition, gestartet von Kristin Feireiss vom Aedes Architekturforum, will das jetzt ändern. Gefordert wird die öffentliche Diskussion der geplanten Bebauung dieses räumlich wie kulturell zentralen Ortes in Berlin.
Anschaulichkeit und Kostentransparenz zu schaffen, ist das Anliegen des Briefes, der unter dem Hashtag #forumskultur:kulturforum auf der Kampagnenplattform change.org veröffentlicht wurde. Darin fordern die Unterzeichner, zu denen unter anderem auch der Architekturkritiker Jürgen Tietz gehört, die Dimensionen des geplanten Neubaus vorab durch Baugespanne eins zu eins erfahrbar zu machen. So hoffen sie, an der erneuten Debatte Fachleute wie Laien teilhaben zu lassen – eben wie in einem echten Forum.
Gesammelt werden die Unterschriften an die Entscheidungsträger – Kulturstaatsministerin Monika Grütters, Senatsbaudirektorin Regula Lüscher und die Stiftung Preußischer Kulturbesitz – übermittelt.
HDM ist ein überholter Saurier wie etwa auch Foster und Prix. Deutschland ist keine mittelöstliche Autokratie die sich irgendeine "Ikone" einkaufen muss. Lederer wirkte schon beim ersten, offenen Wettbewerb überfordert. Schon hier hätte der Aufschrei und die Diskussion einsetzten müssen. Jetzt hilft nur noch das heute übliche Platzbesetzen und Verjagen.
Das wäre ein schwarzer Tag für die Nationalgalerie, Berlin und die deutsche Architektur. Warum DER Architekturikone Berlins/Deutschlands städtebaulich nicht Respekt gezollt wird, ist mir völlig unverständlich. Da könnte man auch die Domplatte zu Köln verbauen.
Die Elbphilharmonie hat vielleicht auch nur durch den öffentlichen Druck ihre Qualität erreicht, durch den Abspruch der Bürger an ihr Eigentum, durch zig Artikel in Tageszeitungen und Diskussionen, was das Gebäude leisten sollte. Wäre ohne diesen Hintergrund solch ein Gebäude möglich gewesen? Zum Kulturforum: Die Jury hat einen ersten Preis gewählt. Das bedeutet nicht, dass eine andere Jury den gleichen Entwurf prämiert hätte. Bei der Fülle an unterschiedlichen Entwürfen und dem vermurksten zweiphasigen Verfahren, reflektiert der Entwurf von HdM eher die geistigen Grenzen der Jury als die gestalterischen Grenzen der besten Bespielung des Grundstücks. Man stelle sich vor, Rem Koolhaas hätte den Vorsitz anstelle Arno Lederers gehabt, wäre dann nicht eine ganz andere Architektur mit anderen Themen im Fokus gestanden? Vielleicht lohnt es sich doch, das zu hinterfragen und zu diskutieren. Es geht um die beste Lösung, weil "Stadt" alle angeht!
Es hat doch eh niemand DIE richtige Antwort :) Vielleicht aber der Colibri...