Erlebniswelt mit Waben
Klimabildungszentrum in Oerlinghausen von DBCO
Wer in der nordrhein-westfälischen Stadt Oerlinghausen unterwegs ist, hat die Wahl: Hier liegen das Naturschutzgroßprojekt Senne, der Teutoburger Wald und das Archäologische Freilichtmuseum dicht beieinander. Als Bindeglied zwischen Natur, Kultur und Freizeit ergänzt seit einiger Zeit die Klimaerlebniswelt Oerlinghausen dieses Angebot. Das Erlebnismuseum nach Plänen von DBCO (Münster) widmet sich den Folgen des Klimawandels und der Anpassung an sie.
Der eingeschossige Neubau mit einer Bruttogrundfläche von 681 Quadratmetern liegt südlich der Kernstadt, direkt am Waldrand. Er entwickelt sich aus fünf polygonalen Baukörpern unterschiedlicher Höhe und Ausrichtung. Die Wabenmetapher ist dabei kaum zu übersehen und wird konsequent in Organisation und Raumfolge übersetzt. Jede der fünf Zellen übernimmt eine eigene Funktion: Im Eingangsbereich befinden sich Foyer, Shop und Garderobe unter einer wabenartig gefalteten Holzdecke. Daran schließen Verwaltung, Sanitärbereiche und ein aufgesetztes Technikgeschoss an.
Die drei übrigen Baukörper nehmen die Ausstellung auf. Während sich der mittlere über raumhohe Verglasungen nach außen öffnet und als verbindendes Gelenk fungiert, bleiben die beiden flankierenden Räume bewusst introvertiert. Schwarze Oberflächen und Projektionen schaffen dort die Voraussetzungen für immersive Inszenierungen. Dem Gebäude vorgelagert ist eine Bodenplatte, die derzeit als Terrasse genutzt wird. Zugleich hält sie die Option offen, den Bau später um ein Kompetenzzentrum zu erweitern, heißt es seitens der Architekt*innen.
Die Fassade aus Weißtanne wurde nach der Yakisugi-Methode verkohlt und kommt dadurch ohne chemischen Holzschutz aus. Dahinter befinden sich eine Holzrahmenkonstruktion mit Zellulose- und Holzfaserdämmung, ein massiver Sockel sowie Holz- beziehungsweise Stahl-Holz-Verbunddecken. Zudem ermöglicht ein durchgehender Hohlraumboden den Umbau der Ausstellung, ohne dabei in die Konstruktion eingreifen zu müssen. (gk)
- Fertigstellung:
- 2024
- Architektur:
- DBCO
- Projektleitung:
- Martin Keßler, Gesa Robbert
- Projektbearbeitung:
- Svenja Thies
- Objektüberwachung:
- planungsbüro bögeholz | meller; Ludger Meller, Thomas Bögeholz
- Technische Gebäudeausrüstung:
- Mies + Reichelt
- Tragwerksplanung und Bauphysik:
- Kempen Krause Ingenieure
- Ausstellungsgestaltung:
- BOK + Gärtner
- Freianlagen:
- schöne aussichten landschaftsarchitektur (LP 1-2); Hoeke Landschaftsarchitektur (LP 3-8)
- Bauherrschaft:
- Kreis Lippe
- Fläche:
- 681 m² Bruttogrundfläche
- Baukosten:
- 5.369.000 € KG 200 bis 700, netto
Mehr zur Yakisugi-Methode bei BauNetz Wissen






(Die Moden der Moderne umkreisen den Raum als dessen Eigenschaften).