Großer Bahnhof in Susa
Kengo Kuma gewinnt Wettbewerb
Die italienische Alpenstadt Susa nahe Turin soll mit einem neuen Bahnhof für Hochgeschwindigkeitszüge zurück auf die Karte strategisch wichtiger Verkehrsknotenpunkte gehievt werden. Um dem Projekt auch einen architektonisch bedeutsamen Rahmen zu verleihen, wurden 49 internationale Architekturbüros zu einem Vorentwurf eingeladen. Als Sieger des Wettbewerbs ist nun Kengo Kuma & Associates (Tokio) hervorgegangen.
Das Projekt, dass die Hochgeschwindigkeitstrasse Turin-Lyon komplettiert und den europäischen Bahnkorridor von Lissabon nach Kiew schließen soll, ist verkehrspolitisch umstritten: Kritiker stellen die Wirtschaftlichkeit und den Nutzen in Frage. Neben dem 48 Millionen Euro teuren Bahnhof entsteht zurzeit ein 57 Kilometer langer Basistunnel, an dessen Enden auf französischer und italienischer Seite jeweils ein Bahnhof errichtet wird.
Kengo Kuma erhofft sich von seinem Entwurf, dass er „im Einklang mit der Natur des Susa-Tals errichtet und den modernsten ökologischen Standards entsprechen“ wird. Das Gebäude ist als Erweiterung der umgebenden Landschaft gedacht, das sich wie eine Spirale aus dem Erdboden emporhebt und so eine optische Verbindung zu den Alpen darstellt. Außerdem soll die Bahnhofspromenade den Reisenden einen 360-Grad-Ausblick auf das Tal ermöglichen.
Der Baubeginn ist für 2014 angekündigt.
mit "bewerten" meinte ich das, was man aus solchen veröffentlichungen raussehen kann...
ob das alles funktioniert steht auf einem ganz anderen blatt.....
und das muss sicher in ein paar jahren hervorgeholt werden.
aber:
es geht hier um ARCHITEKTUR,
sonst kann man auch nicht (völlig wertfrei und von geschmäckern abgesehen...) über jürgen meyers georgischen Würmer schreiben, nicht über Stadien oder Hochhäuser in Peking oder die Arena in Baku....
also: "bewertet" die bilder, ist schon schwierig genug aus der ferne.
Die Brutalität, mit der der italienische Staat gegen die Aktivisten im Susatal vorgeht, erinnert mitunter an bürgerkriegsartige Zustände.
Dabei wehren sich die Menschen im Susatal lediglich gegen ein moströses Bahnprojekt, dessen Nutzen in keinem Verhältnis zu den ökonomischen und ökologischen Kosten steht.
Dass man den Menschen nun wieder mit schillernden Renderings Sand in die Augen streuen will, ist angesichts der objektiven Schwächen des Gesamtprojektes erbärmlich.
NO TAV