Kombilösung
Infopavillon in Karlsruhe fertig
Große Infrastrukturprojekte verlangen nach griffigen Namen: „Kombilösung“ heißt die Maßnahme, mit der in Karlsruhe die Fußgängerzone Kaiserstraße zur echten „Flaniermeile“ umgewandelt werden soll. Dafür verschwinden hier störende und gefährliche Stadt- und Straßenbahngleise unter der Erde. Zehn Jahre lang wird an dem Tunnel gebaut.
Um „Verständnis“ im doppelten Sinne für das Verkehrsprojekt bei Bürgern und Anwohnern zu erreichen, gibt es seit April 2010 einen Infopavillon, in dem über das Projekt umfassend aufgeklärt wird. Architekten sind Kränzle+Fischer-Wasels (Karlsruhe), die im Jahr 2008 den entsprechenden internationalen Wettbewerb für sich entscheiden konnten.
Der neue Infopavillon „K.“ steht am Ettlinger Tor und damit an zentraler Stelle im Stadtraum. Die Architekten verstehen ihn als „kräftiges skulpturales Zeichen“: Der zunächst flache Pavillon wächst zur Kreuzung hin zu einem Turm, der am Ende die Richtung wechselt. Der Körper ist mit einer leicht durchlässigen Metallhaut verkleidet, wodurch ein monolithischer Effekt erzielt wird. Zwei Aussichtsplattformen auf dem Turm bieten den Besuchern Blicke über die Stadt und die Baustelle, sie werden über Rampen erschlossen, die gleichzeitig als Aufenthaltsflächen dienen.
Um das Gebäude für ganz unterschiedliche Veranstaltungen nutzen zu können, sind alle Räume des im Wettbewerb geforderten Raumprogramms ebenerdig organisiert und untereinander verknüpfbar. Ein Café schafft zusätzlich die Verbindung zwischen innen und außen als eine Art „Transparenzzone“ (Architekten).
Bilder: Stephan Baumann (Karlsruhe), bild_raum
Welcher Besucher -wenn er denn da vorbeikommt -; kann damit etwas anfangen ? Eine Identifizierung mit der Stadt als Infopavillion ist unter diesem Logo wohl etwas schwierig. Abgesehen davon, dass der gewünschte "Aufmerksamkeitsefekt" durch die Architektur-Gestaltung, angrenzend an ein verkleidetes Industrieobjekt erinnert, nicht positiv "rüber kommt". Man hättte es sicherlich "besser" machen können. Wir vergessen allzu häufig, dass Architektur für von Menschen "für Menschen" gemacht werden sollte, in Einklang mit der Wahrnehmung als ein abgeleitetes Gefühl von Zuverlässigkeit, Geborgenheit und Übersichtlichkeit. das fehlt hier total werner kh. mayer - "gelbfüßler"
die akzeptanz in der bevölkerung... naja! die ja hart umkämpfte kombilösung... die extremen fronten... die vielen widersacher... ob die durch dieses doch sehr trockene gebäude versöhnt werden? ich glaube kaum. etwas mehr mut... ob farblich oder auch entwurflich... um mit etwas mehr "fröhlichkeit" auf die zukünftige großbaustelle zu blicken - das wäre als PR für das "jahrhundertprojekt" vielleicht angebrachter gewesen. zu wenig hebt sich der - böse gesagt - wachturm von der angrenzenden bausünde der ettlingertorunterquerung ab. der nutzen der freiterrasse (als halber weg zur übersichtsplattform) neben der stark befahrenen kriegsstraße ist mir noch nicht ganz klar. mag man hier sitzen? trotz engem budget hätte man sich wohl um die typo des K. wohl etwas mehr gedanken machen können... aber genug gemeckert! k-f-w... eines der wenigen karlsruher büros, die sich vom hiesigen einerlei der kollegen abheben!