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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Holzhausen_Zweifel_Architekten_bei_Interlaken_10183798.html

06.01.2026

Übungsdorf für Blaulichtorganisationen

Holzhausen Zweifel Architekten bei Interlaken


Es ist eine eher seltene Bauaufgabe, die Holzhausen Zweifel Architekten (Zürich/Bern) in Matten bei Interlaken im Auftrag des Schweizer Bundesamts für Bauten und Logistik BBL umsetzten. Auf dem Gelände eines stillgelegten Militärflugplatzes am Ortsrand planten sie ein sogenanntes taktisches Revier, eine dorfartige Struktur, in der das Kompetenzzentrum für Sicherheit, Intervention und Technik (KOSIT) des Bundesamts für Zoll und Grenzsicherheit (BAZG) Aus- und Weiterbildungskurse durchführt. Die Bruttogesamtkosten für die Anlage werden mit rund 3,5 Millionen Schweizer Franken (knapp 3,8 Millionen Euro) angegeben.

Das Projekt ersetzt das vorherige KOSIT-Übungsareal entlang des nahe gelegenen Flusses Lütschine, das zugunsten eines Hochwasserschutzprojekts rückgebaut wurde. Auf einem circa 13.000 Quadratmeter großen Streifen des ehemaligen Flugplatzes entstanden zehn schlichte, ungeheizte Holzhäuser. Ein Platz und Straßen ergänzen die Dorfsimulation, in der Grenzschutz, Polizei und andere Blaulichtorganisationen diverse Einsatzsituationen trainieren. Auch einige bestehende Baracken und Lagerbauten sind Teil des Szenarios.

Um eine möglichst realistische räumliche Struktur zu entwerfen, schauten sich die Architekt*innen zuvor Ortschaften im Berner Oberland an und studierten typische Straßenräume, Platzsituationen, Weggabelungen, Zugänge und Blickbeziehungen. Neu- und Bestandsbauten nehmen jeweils eine Gebäudetypologie auf, sodass eine Vielfalt an Raumsituationen abgebildet wird. Dabei kann die Anlage in vier Sektoren aufgeteilt werden, die unabhängig voneinander für Übungen nutzbar sind. Damit überall gleichwertige Trainings stattfinden können, war je ein zweigeschossiges Gebäude pro Sektor gefordert. Die restlichen Gebäude sollten einstöckig sein.

Konstruiert sind die Häuser als Holz-Elementbauten, die entweder auf einer Bodenplatte oder auf leicht erhöhten Streifenfundamenten stehen. Die Fassaden setzen sich aus horizontaler Bretterschalung und Dreischichtplatten zusammen. Roh belassenes Nadelholz und Steildächer, gedeckt mit Wellplatten aus Faserzement, schaffen ein einheitliches, archetypisches Erscheinungsbild. Die Holzfenster sind mit Plexiglasscheiben bestückt, um dem Beschuss mit Trainingsmunition zu widerstehen. Sämtliche Gebäudeöffnungen lassen sich mit Holzläden verschließen. (da)

Fotos: Rasmus Norlander


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