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https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Hochhaus_von_HPP_in_Istanbul_4767554.html

15.06.2016

Zwei Scheiben am Bosporus

Hochhaus von HPP in Istanbul


110 Meter ragt das schlanke Hochhaus mit seiner silbernen Gitterfassade aus der sonst recht eintönigen Apartmentarchitektur heraus. Im Istanbuler Stadtteil Kozyatagi steht der 26 Stockwerke zählende Bau, direkt an einer Schnellstraße. Das AND ist das erste Projekt von HPP (Düsseldorf) in der Türkei.

An diesem Standort auf der asiatischen Seite der Stadt ist die Bauwut der türkischen Wirtschaft – Präsident Erdogans ökonomischer Kurs wird gern auch mal als Constructocrazy bezeichnet – in vollem Gange: Das dritte Finanzzentrum der Metropole wird hier entstehen, der dritte Flughafen wird unweit von hier gebaut und die dritte Bosporus-Brücke wird Kozyatagi in Zukunft mit dem europäischen Teil der Stadt verbinden.

So viel wirtschaftliche Ambition, die der Bauherr des HPP-Turms Anadolu Real Estate Investments in Istanbul mitantreibt, sollte auch in der Architektur ihren Ausdruck finden. Trotz Höhenbeschränkung wirkt der Bau schlank und aufstrebend. HPP haben die Bruttogeschossfläche von 73.300 Quadratmetern auf zwei gegeneinander verschobene Volumen verteilt – ein Kunstgriff, den das Büro bereits vom Düsseldorfer Dreischeibenhaus kennt. Die Gliederung der Aluminiumfassade mit den länglichen Ausschnitten verstärkt die Vertikalität des Baus. Blockweise wechseln dreieckige Fassadenpfeiler alle zwei bis drei Geschosse die Stellung und bringen den sonst recht strengen Bau visuell ins Flirren.

Um zwischen aufstrebendem Finanzdistrikt und angrenzender Wohnbebauung zu vermitteln, ordnet sich das Hochhaus durch einen dreigeschossigen Sockel mit Einzelhandelsflächen in die Umgebung ein. Auf der von der Schnellstraße abgewandten Gebäudeseite ist ein öffentlicher Platz für Mitarbeiter und Anwohner entstanden. Insgesamt ist das Hochhaus auf dem Grundstück in die Nord-Süd-Achse gedreht, eine zwar städtebaulich ungewöhnliche Positionierung, dafür aber energetisch sinnvoll. Das Gebäude hat eine LEED-Zertifizierung. Das ist gut, denn leicht kann bei so viel Bauen und Beton – bei so viel Constructomania – die Umwelt zu kurz kommen. (sj)

Fotos: Onur Gürkan


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