Porta Volta
Herzog und de Meuron bauen in Mailand
Herzog & de Meuron (Basel) haben ihre Pläne für einen städtebaulich markanten Neubau in Mailand veröffentlicht. Für die Fondazione Giangiacomo Feltrinelli soll an der Porta Volta bis zum Jahre 2013 ein Gebäude-Ensemble aus drei Teilen entstehen. Es wird den nördlichen Eingang in die Innenstadt torartig markieren.
Als Zentrum der Anlage ist das lang gestreckte Feltrinelli-Hauptgebäude geplant. Es enthält auf fünf Ober- und zwei Untergeschossen 2.500 Quadratmeter Bürofläche. Das kleinere „Comune“-Gebäude kommt mit 620 Quadratmeter aus – ebenfalls für Büros. Das 970 Quadratmeter bietende „Fondazione“-Gebäude schließlich wird im Erdgeschoss ein Café und einen Buchladen beherbergen. In ersten Obergeschoss entsteht ein doppelt geschosshoher Multifunktionsbereich. Ein Lesesaal im obersten Geschoss ermöglicht Forschern und der interessierten Öffentlichkeit das Studium der Sammlung historischer Dokumente der Stiftung. Ein Archiv dafür befindet sich im Untergeschoss.
Nach Aussagen von Herzog & de Meuron entsteht an der Porta Volta „eine langgezogene und schmale Architektur, die in einer angedeutet bildhaften Weise das Dach mit der Fassade vermischt“. Diese Bauform sei von historischen Mailänder Vorbildern und der traditionellen ländlichen Architektur der Lombardei abgeleitet.
Der Baubeginn ist für 2011 vorgesehen.
Kürzlich eröffnet: „Vitra Haus“ von Herzog & de Meuron bei www.designlines.de
Die geringe Gebäudetiefe lässt dem Park so viel Raum wie irgend möglich. (Ein einsichtiger Bauherr, der für Landschaft an die Grenze der Rentabilität geht! - Man vergleiche mit dem Bestand bei Google Earth/Maps!)
Zur Zeit befindet sich die Hauptstraße auf der Innenseite der venzianischen Bastion und die Straßenbahn auf der Außenseite. Der Lärm der Tram wird gut abgeschirmt werden, der Sichtbezug zum Park durch die gläserne Bauweise bleibt gleichzeitig erhalten. Gut wäre, wenn auch der Kfz-Verkehr hauptsächlich in dieser Straße abgewickelt werden könnte.
Ein solcher Ansatz würde auch in Deutschland innerstädtischen Grünanlagen gut tun, z.B. in Frankfurt im Bereich Friedberger Anlage / Friedberger Landstraße oder in Bremen am Rembertikreisel.
Die Fassaden orientieren sich am italienischen Rationalismus; das muss man nicht mögen, hat aber im manchmal sehr verspielten Bussi-Bussi-Mailand eine gewisse Berechtigung und knüpft an eine lokale Tradition an. Da die Fenster nach Süden und nach Norden gehen, bilden die kräftigen waagrechten Gesimse wohl ausreichenden sommerlichen Wärmeschutz.
HdM sind nun wirklich keine Pfuscher, schon gar nicht im Bereich Fassadentechnik!
Ein sehr durchdachter und einfühlsamer Entwurf!
kann deinem komentar nur zustimmen!
@ solong
wo sind denn hier nordische spitzdächer (und was ist das eigentlich)?
die "spitzen" winkel der dächer in bild 1 und 2 sind perspektivisch bedingt (perspektiven kommen in der architektur immer wieder vor)!
in bild fünf immer ist der winkel zwischen den beiden dachflächen (scheitelpunkt first) noch nicht in wahrer größe, doch erheblich entschärfter sichtbar.
geneigte dächer kenne ich von mailand und auch von der umliegenden lombardei.
nebenbei, vielleicht kannst du uns ja mal mitteilen was du trinkst, bevor du im baunetz deine komentare schreibst!