Spiralgalaxie
Haus der Astronomie in Heidelberg eröffnet
Kürzlich wurde das Haus der Astronomie in Heidelberg von dem Büro Bernhardt + Partner (Darmstadt) eröffnet (siehe BauNetz-Meldung zum Spatenstich). Es soll durch Workshops, Fortbildungen und Vorträge die Faszination der Astronomie vermitteln sowie den Wissenschaftsaustausch fördern.
Der Neubau befindet sich auf dem Heidelberger Königstuhl neben dem Max-Planck-Institut für Astronomie und der Landessternwarte. Beide Institutionen werden Teil des Betriebs des Hauses der Astronomie sein.
Um die Form des Gebäudes zu entwickeln, experimentierten die Architekten zunächst mit einem selbst erstellten Computermodell einer Spiralgalaxie. Über die Bewegung und die Verknüpfung der Himmelskörper fanden sie eine Form, anhand derer es ihnen gelang eine architektonische Umsetzung einer solchen Galaxie zu realisieren. So drehen sich sowohl die Geschossebenen wie auch die Fassade um ein Zentrum. Um die Krümmung der zwei Schweifarme der Galaxie, die zum Zentrum hin stärker wird, darzustellen, nimmt die Höhe der verglasten Fassadenbänder ab und der Anteil der zweifach gekrümmten Metallfassade zu. Die gewundenen Spiralarme der Geschosse wurden zueinander je um ein halbes Geschoss versetzt und sollen so die Wirkung der Gebäuderotation um den Kern weiter unterstützen.
Im Inneren bildet ein Hörsaal, der auch als Planetarium nutzbar ist, das Zentrum der Galaxie. Ein Foyer, von dem der Hörsaal wie auch die Seminar- und Büroräume erschlossen werden, umlagert diesen Kern. In den beiden Spiralarmen befinden sich unter anderem speziell ausgestattete Praktikums- und Unterrichtsräume sowie Büroräume.
Fotos: Swen Carlin
Nach dem Besuch des Hauses überwiegt auf jeden Fall die positive Überraschung, daß es trotz des einfachen Entwurfsmotivs ein sehr gelungenes Gebäude ist. Einzig die Fassadenfarbe hätte man sich vielleicht anders gewünscht, denn das strahlende weis wird sicher bald ergrauen.
Leider empfinde ich es als vertane Chance, den Naturbezug nicht vor Ort zu nutzen und einzubeziehen, sondern diesen durch übertriebene Künstlichkeit sogar zu negieren. Die Astronomie ist nicht nur Simulation und abstrakte Berechnung, sondern auch direkte Erforschung und Entdeckung der Natur.
Nichtsdestotrotz ist schon seine Existenz ein Hoffnungsschimmer für die astronomische Bildung in Deutschland der zu unterstützen ist. Und vielleicht sollte man schon damit zufrieden sein.
Astronomie ist eine Wissenschaft der Natur und der erste Schritt zum Naturerlebnis ist es diese mit eigenen Augen zu betrachten.
Leider wird dieses Gebäude aber nur zur Produktion von digitalen Shows genutzt werden können.
In Anbetracht der geogr. Lage des Gebäudes in einem Wald auf einem Berg hätte man die Möglichkeit des Naturerlebnisses m. M. n. viel stärker einbinden müssen.
Zum einen ist es nicht möglich vom Dach aus Sterne zu beobachten, es gibt keine Verbindung zu den Sternwarten in der Umgebung.
Im Gegenteil, da eine Glasfassade verbaut wurde (etwas schreckliches , kalt-modernistisches m. M. n.) wird dieses Bürogebäude der Astronomie vor allem die benachbarten Astronomen durch seine Innenbeleuchtung stören.
ein bisschen sehr formal (ich dachte die "arch parlante" wäre gegessen?), ein bisschen retro, ein bisschen zu glatt.
ok, im detail alles richtig gemacht (die akustikdecken sind wohl nicht zu vermeiden...), aber als geste etwas too much für meine begriffe.
ps:
erinnert mich an diese pseudo-"bionik", wo anstelle der struktur die form nachgeahmt wird. makes no sense.