RSS NEWSLETTER

https://www.baunetz.de/meldungen/Meldungen-Grundwasserpumpwerk_in_Hoerbranz_von_firm_Architekten_10211221.html

23.01.2026

Allein auf weiter Flur

Grundwasserpumpwerk in Hörbranz von firm Architekten


Bauwerke für die Wasserversorgung gehören heutzutage nicht mehr zu den prestigeträchtigen oder gar glamourösen Gebäudegattungen. Die Zeiten, wo Wassertürme ganze Quartiere überragten oder wie in Potsdam markante Pumpenhäuser das Stadtbild bereicherten, sind lange vorbei. Heute entstehen in diesem Infrastruktursektor meist pragmatische Zweckbauten, die primär dazu dienen, einen teuren Maschinenpark zu beherbergen. 

In der kleinen Marktgemeinde Hörbranz gelang es nun allerdings einem Team aus Architekten und Ingenieuren, trotz solcher typologischen Limitationen für eine ungewöhnliche Erscheinung zu sorgen. Verantwortlich waren Rudhardt+Gasser+Pfefferkorn (Bregenz) für die Gesamtleitung und firm Architekten (Lustenau) für die architektonische Gestaltung.

Hörbranz liegt wenige Kilometer vom Bodensee entfernt unmittelbar an der deutsch-österreichischen Grenze. Das Objekt nennt sich „Grundwasserpumpwerk Straussen“, was im Wesentlichen schon beschreibt, worum es hier geht. Wasser wird aus der Tiefe empor gepumpt und aufbereitet. Der Komplex umfasst neben einem sogenannten Vertikalfilterbrunnen auch einen Tiefbehälter, eine Anlage zur Druckerhöhung, Schalt- und Steueranlage und eine Notstromanlage. Von außen eingeschossig, entfaltet sich das Innere teils als stattliche doppelgeschossige Halle. Der Tiefbehälter ist aus der Grundform herausgeschoben. Notwendig wurde der Ersatzbau angesichts des gestiegenen Wasserbedarfs der Gemeinde.

Aus Sicherheitsgründen ist die Fassade des Pumpwerks komplett fensterlos. Nur ein kleiner Personaleingang und ein großes Tor mit direktem Zugang zum Schienenkran in der Halle durchbrechen die Hülle. Letztere haben firm mit einem markanten wiederkehrenden Betonrelief gestaltet. Der Maßstab ist dabei auf die Fernwirkung des Gebäudes angepasst. Das nämlich steht frei auf einer weitläufigen Wiese. Je nach Lichteinfall wandelt sich der Schattenwurf, was im Tageslauf für stete Veränderung sorgt. (sb)

Fotos: Adolf Bereuter


Dieses Objekt & Umgebung auf BauNetz-Maps anzeigen:
BauNetz-Maps


Kommentare:
Meldung kommentieren


Alle Meldungen

<

23.01.2026

Mit Blick auf die Details

Sanierung eines Justizbaus in Lübeck von ppp

23.01.2026

Nobel Center in Stockholm

Neue Pläne von David Chipperfield Architects

>
Baunetz Architekt*innen
dasch zürn + partner
baunetz interior|design
Kompaktes Kleinod
BauNetz Themenpaket
Überwintern im Museum
vgwort