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15.06.2020

Puzzlen in Seattle

Geschäftshaus von Graham Baba Architects


Schöne verlassene Industrieanlagen bestimmten vor ein paar Jahren noch das Straßenbild in Seattles Szeneviertel Ballard. Heute siedelt sich hier mehr und mehr ein Mix aus Gewerbe, Industrie und Wohnbauten an – das Viertel befindet sich im Umbruch, hat aber noch Platz für Ideen. Graham Baba Architects (Seattle) haben hier ein dreigeschossiges Gebäude realisiert, das mit seiner Nutzungsmischung aus Bar, Büros, einem Maker Space, einem kleinen Studio und einer Hausmeisterwohnung im Dachgeschoss bestens ins Gefüge passt.

Der Projektname The Klotski rührt nicht etwa vom eckigen Baukörper oder dem kubistischen Design der Fassade her, er verweist auf ein weiteres Feature derselben: Die perforierten Metallblenden, die der Fassade vorgesetzt sind, lassen sich über ein Schienensystem flexibel positionieren. Dadurch können die Nutzer individuell die Verschattung und die Privatsphäre der Räume regulieren. Die Fassade des Klotski erinnert so an das in den USA unter dem gleichen Namen bekannte Geduldsspiel – ein Puzzle mit Schiebeelementen, die durch geschicktes Umherschieben in die richtige Reihenfolge gebracht werden sollen.

Die Bar im Erdgeschoss wurde von Graham Baba gleich mitgestaltet. Es gibt ein Mezzanin und eine begrünte Freifläche vor dem Gebäude mit Platz für Außenbestuhlung. In den Stockwerken drei und vier sind Büros und Studioräume untergebracht und über einen Fahrstuhl erschlossen. Das Staffelgeschoss mit einem weiteren Studio und einer Wohnung verfügt über eine großzügige Dachterrasse. In den Innenräumen sind die massiven Stahlträger der Konstruktion sichtbar, industrielle Böden und Aufputz-montierte Infrastruktur schaffen ein industrielles Ambiente in den fast bodentief verglasten Räumen.

Die Solaranlage auf dem Dach, eine Regenwasserzisterne, manuell zu öffnende Fenster auf beiden Seiten des Gebäudes zum Querlüften sowie eine energieeffiziente Heizung formulieren den Anspruch des Gebäudes auf Nachhaltigkeit. Im Hinterhof befindet sich dennoch – ganz ohne Auto scheint es nicht zu gehen – ein überdachter Parkplatz. Ja logo, möchte man ausrufen, wie soll man denn auch sonst trockenen Fußes von der Bar nach Hause kommen? Das ist schließlich immer noch Amerika, das Land of the Free! Doch halt, die Parkplätze sind ausschließlich den Mietern der Gewerbeflächen und dem Hausmeister vorbehalten. (tl)

Fotos: Kevin Scott, Haris Kenjar



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